Die h-Moll Messe

 

Konzert-Highlight in Vlotho

Mittwoch, 12. November 2014

Letzte Orchesterprobe vor der Aufführung

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1600

 
 

„Nach dem Konzert ist vor dem Konzert“, heisst es immer. Aber was für ein Konzert war das diesmal!

Seit über dreissig Jahren singe ich in der Kantorei von St. Stephan in Vlotho, es gab viele Höhepunkte, aber dies war der bisherige Gipfel meiner „Sängerkarriere“.


Zum einen, weil die h-Moll Messe von Bach als das zentrale Werk der Kirchenmusik gilt und ungeheures vom Chor fordert. Schön also, wenn man das zu seinem Repertoire zählen kann.


Zum zweiten, weil unsere Kantorin Han Kyoung Park-Oelert mutig nach den Sternen greift. Und „Sterne“, hier zu übersetzen mit „Stars“ waren die eingeladenen Musiker. Allen voran die „Hannoversche Hofkapelle“, eine Vereinigung von Spezialisten für alte Musik, die auf Originalinstrumenten spielen. Dieses Jahr noch bekamen sie vom ZDF den „Echo-Preis“ für die beste sinfonische Einspielung mit der Wassermusik von Händel. Damit reihen sie sich in eine illustre Gesellschaft ein mit Leuten wie Sol Gabetta oder Lang Lang.


Extra zu erwähnen wäre noch, dass sie sich für die Begleitung der Bass-Arie Wilhelm Bruns kommen liessen, einen der besten Naturhornisten Deutschlands, der extra aus Bad Dürkheim anreiste.


Aber auch die Gesangsolisten brauchten ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Ich will gar keine Reihenfolge aufstellen, aber besonders beeindruckt hat mich das „Benedictus“ von Tenor Stephan Hinssen, natürlich auch weil es eines der schönsten Stücke für Querflöte ist, virtuos begleitet von Solo-Flötist Brian Berryman auf der Traversflöte.


Fotografieren war an dem Wochenende für mich ziemliche Nebensache, aber ich habe kurz vor dem Konzert bei der letzten Orchesterprobe und natürlich danach einige Momente eingefangen. Die Kamera hatte ich während der Aufführung hinter mir am Geländer hängen, schon mit 50er Summilux versehen, weil nach dem Konzert alles so schnell geht, dass keine Zeit für Objektivwechsel ist. Nach meiner Erfahrung ist dann das 50er am besten zu gebrauchen.


Die Bilder vor dem Konzert zeige ich in Farbe. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut der automatische Weissabgleich der Kamera (gegenüber der M9) ist, ich habe an der Lichttemperatur meist nichts geändert, ausser dass mir die gelbliche Beleuchtung in der Kirche, da sie auf den Bildern natürlich genau so ankam, manchmal zuviel war und ich sie gelegentlich leicht „abgekühlt“ habe.

Zum zweiten hervorzuheben die trotz hoher ISO-Werte bleibend gute Farbdynamik, die bei der M9 ab ISO 800 deutlich nachliess.

Letzte Orchesterprobe vor der Aufführung, man lauscht den Ausführungen der Kantorin

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2000

Bass Albrecht Pöhl...

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 1250

...sorgte mit Wilhelm Bruns für eine wundervolles „Quoniam tu solus sanctus“

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 1250

Die Pauken werden gestimmt.

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1600

Ein Fels in der Brandung: Die Cellistin Dorothée Palm

Leica M mit 75mm Apo-Summicron asph. bei f/2.0   1/125sec    ISO 2500

Verständigung in der Bass-Gruppe

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1250

Konzertmeisterin Anne Röhrig: Fantastisches Violin-Solo in „Laudamus te“

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1600

Fagotte: Immer im Einsatz

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1600

Die Übersicht

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 2500

Naturtrompeten: Weicher Klang

Leica M mit 75mm Apo-Summicron asph. bei f/2.0   1/125sec    ISO 3200

Die Kantorin: Absolute Führungsqualitäten

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 640

Und über allem schwebt ein Engel

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 1600

Ich hatte eine knappe halbe Stunde Zeit für Fotos, aber es war die einzige Chance für mich, überhaupt welche zu machen, da ich bei der Generalprobe am Vortag natürlich nicht aus dem Chor heraus wollte.

Noch etwas zu dem Orchester: Ich gebe zu, ich und einige andere aus dem Chor hatten etwas Angst vor den Musikern, als uns klar wurde, wen unsere Kantorin da eingeladen hatte.

Wie würden diese Weltklasseleute, die normalerweise mit Profi-Chören zusammenarbeiten, auf uns reagieren?

Die Angst war unbegründet. Schon bei der Generalprobe zeigten sie uns, dass sie unsere Anstrengungen zu würdigen wussten. Kein bisschen Arroganz oder Überheblichkeit, auch nicht der Kantorin gegenüber, denn so etwas ist ja denkbar. Im Gegenteil: Viel Lob in Einzelgesprächen über die Leistung des Chores, das gibt natürlich auch Selbstvertrauen bei der Aufführung.

Und das Han Kyoung Park-Oelert eine mehr als kompetente Musikerin und Dirigentin ist, wurde schnell anerkannt. Die Probenarbeit war ungemein fruchtbar, weil die Zusammenarbeit mit der Konzertmeisterin und den Musikern absolut auf Augenhöhe war. Dabei konnten wir alle von dem ungeheuren Erfahrungsschatz der Musiker profitieren.


Die Aufführung selbst fand vor vollem Haus statt. Absoluter Besucherrekord in St. Stephan. Und wenn man den Stimmen hinterher glauben kann, waren alle zutiefst bewegt von der Musik an sich und der Leistung der daran beteiligten. Viele waren wirklich aufgewühlt. Wenn das nicht der schönste Lohn für die mühevolle und intensive Arbeit ist, weiss ich‘s auch nicht.


Ich zeige die Fotos von „danach“ in Schwarzweiss. Sie sind wieder mal in Kodak Tri-X Filmemulation, daher ist evtl. Körnung zu erkennen, sie ist gewollt. Denn ansonsten habe ich zum Beispiel die Farbbilder völlig ohne Rauschunterdrückung in LR gelassen.

Thumbs up nach dem Konzert

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Shake Hands: Cello und Fagott

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1250

Bratsche und Fagott

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 3200

Gut gelaunte Gesangsolisten

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 2500

Die Kirche leert sich, die Euphorie bleibt.

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 2500

Smalltalk unter Musikern

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2000

Gute Stimmung auch nach getaner Arbeit: Die Fagotte

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Verabschiedung von Sopranistin Magdalene Harer

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 3200

Tenor Stephan Hinssen: Immer gut drauf

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2000

Der Mann am Orgelpositiv: Superwichtig

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Heute erschien die Konzertrezension auf der Seite des Kirchenkreises, so wird sie auch in den Regionalzeitungen abgedruckt. Das Bild von Chor und Orchester ganz unten ist nach der Aufführung aufgenommen. Mich (obere Reihe rechts, im Bass) zeigt es, wie ich gerade ein Kamerahistogramm checke. Dieses „chimpen“, wie es der Angelsachse nennt, soll man nicht übertreiben, aber ich sehe nicht ein, auf eine gute Kontrollmöglichkeit zu verzichten, wenn ich dadurch die Belichtung optimieren kann. Wie gesagt, mir geht es nur um das Histogramm. Aber darum wäre die M Edition 60 ohne Display auch nichts für mich. So retro bin ich nicht.

Standing Ovations, ich, dritter von rechts oben, beim „chimpen“

Bild von der Kirchenkreisseite geklaut, ich weiss, dass Frau Brand nichts dagegen hat...und ich hab‘s etwas heller gemacht

Canon Eos 350D  18-55mm bei 24mm  f/5.0 bei  1/40sec  ISO 1600

Ich habe schon viele Oratorien gesungen, und manches verschwimmt im Laufe der Jahre diffus, aber diese Messe wird mir in Erinnerung bleiben.

Jetzt kann Weihnachten kommen.