Der Werbeblock

 

Freitag, 26. Oktober  2012

Probenarbeit zum „Messias“ letztes Jahr

M9 mit 50mm Summilux Asph. bei f/1.4   1/60sec  ISO 800

Vlotho ist nur ein kleines Städtchen, und in vielerlei Hinsicht „tiefe Provinz“. Aber es gibt etwas, worin sich dieses kleine Nest von anderen, ähnlich strukturierten Kleinstädten abhebt: Dank der Tatsache, dass hier seit über dreissig Jahren eine A-Kantorenstelle in der St.Stphans-Gemeinde existiert, wird hier Kirchenmusik auf höchstem Niveau betrieben.

Der seit vielen Jahren bestehende Oratorienchor übt jedes Jahr ein grosses Werk ein. Man kann auf viele denkwürdige Aufführungen zurückblicken, oft äusserten Auswärtige Erstaunen darüber, dass solche aufwändigen Stücke in Vlotho möglich sind, die man eher in grösseren Städten erwarten würde.

Aber in Vlotho gibt es eben die Grundvoraussetzungen: Eine hervorragende Kantorin (die einen ebenso hervorragenden Vorgänger hatte, der viel Aufbauarbeit geleistet hat), einen über viele Jahre gewachsenen Chor, dann die Verbindung zu professionellen Musikern, die auch immer wieder gern nach Vlotho kommen und die finanzielle Seite, die durch die Gemeinde und den Freundeskreis Kirchenmusik (Fördererverein) sichergestellt wird, der Spendengelder (darunter ein Hauptsponsor, die Stiftung der Sparkasse) sammelt.


Nun die Werbebotschaft: Diese Jahr wird „Paulus“ aufgeführt, von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Diese romantische Werk hat starke Anlehnung an Oratorien von Bach, z.B. der Johannespassion, da ja bekanntlich Mendelssohn Bach sehr verehrte.


Seit ich in der Oberstufe des Städtischen Gymnasiums war, singe ich in der Kantorei St. Stephans mit, wie sich Heinz Erhardt auszudrücken pflegte, „mal Bass, mal besser...“


Aber als Vorsitzender des Freundeskreis Kirchenmusik bin ich auch in die Finanzierung involviert. Unsere Kantorin ist immer sehr kostenbewusst, kurz gesagt, sie spart, wo sie kann (nur nicht, wenn die Qualität der Musik leiden würde). Da sie mein Hobby kennt, fragte sie mich, ob ich nicht ein passendes Plakat entwerfen könnte. Als Grundmotiv hatte sie auch schon eine Idee: Unsere Kirche ist ja die St.Stephans-Kirche und Stephan spielt auch eine Rolle im „Paulus“ („...steiniget ihn!“). Vor einigen Jahren hat ein Gemeindeglied eine Stephanus-Figur von einem Holzschnitzer aus Südtirol mitgebracht, diese steht in einer Nische in der Kirche. Sie meinte, ich könne ja irgendwie den Stephanus für das Plakat nutzen.


Ich machte mich auf zur Kirche und lichtete die Figur ab. Das Foto ist recht prosaisch, man könnte es als dokumentarisch bezeichnen:

Stephanus

M9 mit 75mm  Apo-Summicron bei f/4.0   1/12sec  ISO 160

So, und jetzt brauchte ich mal wirklich Photoshop, um irgendwie einen ansprechenden Plakathintergrund zu schaffen.

Man sitzt vor diesem in Photoshop geöffneten Bild und wartet auf eine Eingebung...

Die Eingebung schaute mal kurz vorbei, sah dann aber, dass ich beschäftigt war und ging leise wieder, ohne mich zu stören.

Tatsächlich hatte ich schon in der Kirche die Idee, einen der Kunstfilter in Photoshop anzuwenden, um das Bild zu stilisieren. Nach ein paar Versuchen war ich mit diesem recht zufrieden:

Stephanus (Ausschnitt)

Photoshop Kunstfilter: Tontrennung und Kantenbetonung

Aber das ganze sollte doch noch ein wenig „mystischer“ wirken. Ich legte eine neue Füllebene mit einem relativ komplizierten Farbverlauf an, halbdurchsichtig über das stilisierte Bild. Die Farbgebung wählte ich klerikal blaulila, dazu ein sonniger Lichtstrahl...

Jetzt beide Ebenen übereinander, mit dem Ergebnis war ich schon zufrieden. Man kann nämlich Sachen auch „totphotoshoppen“. Weniger ist mehr. Das Ganze exportierte ich als JPG nach Pages, das ist das Mac-Textverarbeitungs-und Layoutprogramm. Da ich in diesem Programm schon diverse Flyer für Gemeinde und den Kirchenkreis erstellt habe, habe ich mit den Finessen dieser Software auch keine Probleme. In Pages zu arbeiten, macht mir richtig Spass.


Der Design-Teil war jetzt noch, die verschiedenen Textblöcke und Informationen ansprechend zu gestalten und im Verhältnis zum richtigen Bildausschnitt zu verteilen.

Das fertige Pages-Dokument steckte ich in meine Drop-Box, dort holte sie sich Herr Dietzel von der Druckerei Lovischach in Lüdenscheid, die alles für die Gemeinde drucken. Herr Dietzel ist wie ich erklärter Mac-Fan, wir hatten schon stundenlange Telefonate über die Vorzüge von Apple-Betriebssystem und Software....


Jetzt hängt das Plakat an jeder Ecke im Kirchenkreis, zusätzlich 1000 Handzettel werden ebenfalls verteilt. Und hier ist es nun: Ich denke, es ist ansprechend und sieht zumindest annähernd professionell aus...

Also, wer in der Gegend ist, sollte sich das Oratorium nicht entgehen lassen...


Fotografisch habe ich in den letzten Tagen das gute Wetter genutzt, um Herbstaufnahmen der heimischen Landschaft zu machen, immer potentielle Kalenderbilder im Sinn:

Burgmauer

M9 mit 21mm Super-Elmar  bei f/3.4   1/250sec   ISO 160

Downtown Vlotho...

M9 mit 21mm Super-Elmar  bei f/4.8   1/500sec   ISO 160

Aber ich will auch in folgenden Blog-Beiträgen das Thema Langzeitbelichtung weiter vertiefen. Was ich auch nicht erwähnt habe, ist, dass ich schon vor den Herbstferien ein weiteres Konzert-Event in der Wandelhalle in Bad Oeynhausen „offiziell“ fotografiert habe. Vielleicht nehme ich das noch einmal auf, um über effizientes Aussuchen und Bearbeiten von grösseren Mengen Bildern in Lightroom zu schreiben. Wenn man in kurzer Zeit 500 oder 1000 Fotos sichten, aussortieren und bereitstellen soll, ist man gut beraten, die Sache methodisch anzugehen...

Frühnebel über der Weser

M9 mit 90mm Summarit bei f/3.4   HDR aus drei Belichtugen ISO 160