Wo‘s hinpasst...

 

Warten auf den Frühling...

Sicher, ein ambitionierter Fotograf findet immer Motive, aber ich habe jetzt keine Lust mehr auf karge Winterlandschaft. Obwohl das ja mit Schnee und Eis auch seinen Reiz hat, aber der Winter war ja diesbezüglich wenig ergiebig und wenn mal gutes Licht war, konnte ich garantiert gerade nicht los zum fotografieren...

Zuletzt war das Wetter auch oft trüb und der bedeckte Himmel (ohne Wolkenstrukturen) ließ selbst Schwarzweiss-Fotos langweilig aussehen.

Zum fotografieren hatte ich aber genug andere Gelegenheiten, z.B. das Konzert des Jugendchores von St.Stephan:

Auch typisch Vlotho, solche Motive gibt es reichlich.

Leica M9 mit 21mmElmarit bei f/4.8  1/2000sec ISO 160

Aber ich hoffe doch, dass der Frühling kommt und wieder mehr grünt und blüht, denn dann werde ich neben den digitalen auch mal analoge Farbbilder machen. Ein Fuji Velvia 50 ASA liegt schon bereit, das ist eine klassischer Film für Landschaftsfotografie. Ich bin gespannt.

Leica M9 mit 75mm Apo-Summicron bei f/2.4  1/90sec ISO 800

Leica M9 mit 75mm Apo-Summicron bei f/2.0  1/90sec ISO 400

So was ist ja immer eine dankbare Sache, ich merke aber auch, dass ich eigentlich Menschen überhaupt, sei es bei solchen Events oder auch bei zufälligen Gelegenheiten (wie bei Strassenfotografie), gern fotografiere.


In meine M2 habe ich in einem Anflug von Optimismus einen Farbfilm (Kodak Ektar 100) eingelegt, den möchte ich aber bei Sonne belichten...

In der M3 liegt aber ein Kodak-TMax 400, für die schwarzweissen Momente...


Jetzt muss ich ein wenig über mich selbst lästern: Sonst mache ich mich immer über Leute lustig, die ihr ganzes Kamera-Equipment mitschleppen und jetzt renne ich selbst mit zwei (nein, nicht mit drei) Kameras durch die Gegend. Aber ich hänge nicht beide um, das sieht dann doch zu verrückt aus.


Z.B. Gestern hatte ich mal wieder Lust, ganz gezielt HDR-Motive zu suchen. Wahrscheinlich musste ich die Analog-Fotografie der letzten Zeit kompensieren...Trotzdem steckte ich vorsichtshalber die M2 mit ein. Es ist ja doch auch nicht so ein Aufwand, sie zusätzlich mit zu nehmen (mit dem schönen versenkbaren Elmar ist sie ganz flach). Schliesslich ist der Vorteil, dass alle Objektive für beide Kameras passen.

Als ich so in der Gegend von Bahnhof und Hafen unterwegs war, dachte ich bissig, dass man (da ich doch immer von den Verschiedenen Genres der Fotografie spreche) in Vlotho die neue Disziplin der „Ruinenfotgrafie“ aus der Taufe heben könnte...Motive ohne Ende...

„Stellwerk“

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/4.8  HDR aus drei Belichtungen ISO 160

„Ruinenfotografie“, Am Bahnhof...

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/5.6  HDR aus drei Belichtungen ISO 160

„Ruinenfotografie“, Ausgang...

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/5.6  HDR aus drei Belichtungen ISO 160

Da ich schon in der Gegend war, schaute ich auch bei der Villa Schöning vorbei, um das augenblickliche Stadium des Verfalls zu dokumentieren...im letzten Blog-Beitrag sind ja zwei Fotos von vor dem Brand zu sehen.

Nach wie vor ist nichts abgesperrt, man hat überhaupt kein Unrechtsbewusstsein, dorthin zu gehen. Allerdings werde ich mich ab jetzt zurückhalten, denn das Gemäuer stürzt womöglich wirklich bald ein. Zumindest weiss man nicht so genau, was vielleicht plötzlich herunterkommt, wenn man darin ist. Besuch scheint nach wie vor reichlich da zu sein, wenn ich die Spuren richtig deute. Ausserdem sind immer neue Graffitis zu finden.

„Ruinenfotografie“, Villa Schöning, Dornröschen ist aber nicht zuhause...

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8  1/1500sec  ISO 160

„Ruinenfotografie“, Villa Schöning, Eingang

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8  1/3000sec  ISO 160

„Ruinenfotografie“, Villa Schöning, Halle

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8  HDR aus drei Belichtungen  ISO 160

„Ruinenfotografie“, Villa Schöning, Loggia

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/4.0  HDR aus drei Belichtungen  ISO 160

„Ruinenfotografie“, Villa Schöning, Halle

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8  1/90sec  ISO 320

„Ruinenfotografie“, Villa Schöning, Nebenraum

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8  1/45sec  ISO 320

Von den möglichen Ruinen habe ich ja jetzt nur wenig abgearbeitet, aber ich habe auch nicht im Ernst vor, eine Serie daraus zu machen.

Wollte ich mich aber darauf verlegen, hätte ich keine Schwierigkeiten, „Locations“ zu finden, das ist in Vlotho eine Wachstumsbranche...


Ausser Ruinen gibt es dann noch die Seiten an Vlotho, die weniger idyllisch, sondern eher prosaisch wirken. Heinz Rühmann nannte so etwas „hübsch-hässlich“.

In meinem „Anderen Vlotho-Kalender“ vorletztes Jahr sind solche Sachen aufgetaucht, man kann so etwas mit ein wenig Kreativität so in Szene setzen, so dass das Bild eher abstrakt wirkt. Zu guter Letzt ein Beispiel dafür:

„Garage“

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/4.0  1/250sec  ISO 160

Samstag, 10. März  2012