Divide et Impera!*

 

*Teile und Herrsche, alter Grundsatz römischer politik.

Montag, 10. Juni 2013

Abendsonne am Voßgrund

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

Teile und herrsche? Was soll das mit Fotografie zu tun haben?

Ganz einfach, ich muss immer wieder an den übermässig ausgerüsteten Kollegen vom Burgfest denken.

Nun habe ich ja schon erklärt, dass jeder mitschleppen darf, was er will, es ist nicht an mir, das zu kritisieren.

Für mich aber erleichtert es die „Arbeit“, wenn ich nicht durch zu viel Krimskrams behindert werde.

Also „teile“ ich meine Ausrüstung, will sagen nehme nur das mit, was ich erwartungsgemäß brauche und „herrsche“, soll heissen kann unbeschwert (im Sinne des Wortes) Fotos machen.


Es ist mal gerade eine Woche her, da stapfte ich noch am Aggenstein im Tannheimer Tal durch tiefen Schnee, während hier zu Hause endlich der Sommer angekommen ist.

Nur ein paar Tage (das lange Wochenende) waren wir (Familie und ich) dort. Es hat vier Tage am Stück geregnet. Zum Glück hatten wir ein schönes Hotel.

Dass das der Regen war, der das Hochwasser verursachte, das so viel Leid und Unglück über die Menschen in Ost-und Süddeutschland brachte, konnten wir da noch nicht ahnen.


Jedenfalls ist das kein Grund, nicht zu wandern. Sicher, oben weiter schneite es. Um so besser, man wird nicht so nass...

Nässe ist das Stichwort: Trotz des denkbar ungünstigen Wetters wollte ich natürlich Fotos machen, am Freitag z.B. waren wir mit einer ganzen Wandergruppe vom Hotel zur Schneetalalpe (Nomen est Omen...) gegangen.

Als ich so im Regen unterwegs war, wurde mit klar, dass auch von der richtigen Wahl der Kameratasche viel abhängen kann.

Hier war absolute Wasserdichtigkeit gefragt, denn es goss wie aus Kübeln. Ich hatte schon einige Kamerataschen, z.B. diverse von Lowepro, damit kann man auch nichts falsch machen. Aber alle diese Modelle haben den Nachteil, das man eine Regenhaut aus einem Klettverschluss zieht und über die Tasche stülpt, wenn es wirklich stark regnet. Der Nachteil: Ohne viel Gefummel kommt man an seine Sachen dann nicht mehr heran.

Schon ganz früh, als ich meine M9 hatte, wollte ich eine kleine Tasche dafür haben, denn ich hatte natürlich nur entsprechend grössere für meine Eos 5D II und Objektive.

Im April 2011 war ich in Berlin, dort kaufte ich eine Tasche, die „Hadley digital“, das ist die kleinste von Billingham. Ich gebe zu, ich kaufte sie, weil sie mir gefiel, schlichtes Design (ich habe die Schwarze) und gut aufgeteilt für Kamera und Objektive.

Erst später merkte ich, dass das keine „Designertasche“ ist, nein, sie ist absolut unverwüstlich und, das ist hier mein Punkt, total wasserdicht (was Regen betrifft, man kann die natürlich nicht untertauchen...)!


Es gibt bei „Japancamerahunter“ immer eine Rubrik „in your bag“. Wirklich interessant, was die verschiedenen Fotografen so mit haben. Auf der Seite tummeln sich viele Street-Shooter“, die vor allem noch viel analog unterwegs sind.

Also habe ich den Inhalt meiner Tasche, wenn ich wandere, auch mal ausgebreitet und fotografiert. Allerdings ist dies eben der Sonderfall „Wandern“, der Inhalt kann nämlich je nach Gelegenheit stark variieren.

Auf dem Weg zur Schneetalalpe

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

Kaum zu fassen: Zwischen diesen beiden Bildern liegen nur wenige Tage.

„In my bag“

Fuji X100s bei f/8.0   1/35sec    ISO 3200   mit Blitz

Also, das ist schon eine Menge, was da reingeht und wie man sieht, bin ich beim Wandern nicht so minimalistisch ausgestattet wie z.B., wenn ich in einer Stadt unterwegs bin.

Was ist das im einzelnen? Objektive können natürlich auch in anderer Zusammenstellung beim Wandern vorkommen. Bei dem schlechten Wetter war klar: Lange Brennweiten konnte ich gleich zuhause lassen, weit sehen konnte man sowieso nicht. also blieb ich mehr im weiten Bereich: 12er, 21er, 28er und 50er Brennweite sind dabei. Dann:

Ein Ministativ (sehr stabil, von Manfrotto, hat mir schon gute Dienste geleistet)

LED-Lampe von Viktorinox, unverwüstlich...

Graufilter ND 0.9

Lenspen, Mikrofasertuch zur Objektivreinigung

Elektronischer Sucher

Ersatz-Speicherkarte


Die Speicherkarte nicht, weil ich bei einer Wanderung über 400 Aufnahmen mache, sondern ich habe es bei der M9 schon mal erlebt, dass die eine Karte plötzlich „blockierte“, d.h. sich nicht mehr beschreiben ließ, sie keine Bilder mehr nahm. Das mitten bei einem Konzert! Zum Glück merkte ich, das die Fotos gar nicht gespeichert wurden, sonst wäre die Katastrophe komplett gewesen. Formatieren hätte das Problem gelöst, aber dann wären die vorher gemachten Bilder auch futsch gewesen. Da war ich froh, dass ich zufällig eine zweite Speicherkarte dabei hatte, seither...


Ersatz-Akku hatte ich bei der M9 auch immer dabei, bei der M kann ich mir das an normalen Tagen sparen.


Im Tannheimer Tal war ich mit der Billingham-Tasche stundenlang im Regen unterwegs, drinnen war es knochentrocken. Und man kommt immer an alles sofort heran, die Klappe ist wie immer, es gibt keine zusätzliche Regenverkleidung.

Die M hatte übrigens ihre Bewährungsprobe im Regen, so nass habe ich die M9 niemals werden lassen. Die M hatte ich im Regen einfach um, ohne mich weiter darum zu kümmern. Nur einen Objektivdeckel hatte ich drauf, wegen der Wassertropfen, die man sonst ständig wegwischen muss.

Denn merke: Hat man die Kamera um, gehört der Deckel immer ab! Den für jedes Bild erneut abzunehmen, ist viel zu unpraktisch und man büsst erheblich an Spontaneität ein.


Jetzt kann man natürlich argumentieren, bei so einem blöden Wetter könne man die Kamera ja gleich zuhause lassen, dann hat man auch kein Problem.

Aber es lohnte sich doch, sie dabeizuhaben. Allein schon, weil auf der Hütte, der Schneetalalpe, ein junges Wirtsehepaar spontan virtuos Musik macht!

In der Schneetalalpe

Leica M mit 35mm Summilux asph.  bei f/1.4   1/30sec    ISO 400

In der Schneetalalpe

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/1.4   1/60sec    ISO 1250

Hier ein Bild aus der Kategorie: Zuviel Schärfe ist ein bourgeoises Konzept, das Objektiv war nämlich beschlagen, merkte ich erst hinterher...

Eine sehr musikalische Hütte! Überall an den Wänden hingen alte Musikinstrumente. Direkt über mir war ein altes, total verbeultes Flügelhorn. Ich griff hinter mich und prüfte die Drehventile: Sie liefen ganz leicht. Unser Wanderführer, Franz, schaute mich an und fragte: „Kannst du das?“ Woraufhin ich das Horn von der Wand nahm, C-Dur und Es-Dur Tonleiter spielte (alle Töne waren vorhanden) und dann zum Amüsement der Anwesenden passend zum Wetter draussen eine jazzige Version von „Rudolph, das kleine Rentier“ spielte...

Vor der Hütte

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/3.4   1/1000sec    ISO 200

Am nächsten Tag war ich auch wandern, diesmal allein. Ich ließ mir wieder viel Zeit auf dem Weg zum Aggenstein, den der führt an einem schönen Bergbach entlang. Bei dem Regen hatte der soviel Wasser, wie ich noch nie gesehen hatte, aber nicht schlammig braun sondern ganz klar. Obwohl ich schon einige Bilder dieser Art habe, kann ich dann nie widerstehen, mit langen Belichtungszeiten zu fotografieren.

Da lohnt es sich dann, einen Graufilter und ein Ministativ dabei zu haben...geregnet hat‘s natürlich auch. Man freut sich dann über Gegenlichtblenden, die als Regenschutz für die Optik fungieren.

Nichts Neues...frei nach dem Motto: Ich habe zwar schon alles fotografiert, aber nach nicht mit jeder Kamera!

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/16.0   2sec    ISO 200   ND Filter 0,9

Wenn man bei diesen Wetterverhältnissen in eine Alpenhütte eintritt, findet man dort sozusagen eine „Schicksalsgemeinschaft“ vor, entsprechend jovial ist die Stimmung. Die Unterhaltung geht über Tische hinweg.

In der Schneetalalpe

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/1.4   1/60sec    ISO 1250

Hier ein Bild aus der Kategorie: Zuviel Schärfe ist ein bourgeoises Konzept, das Objektiv war nämlich beschlagen, merkte ich erst hinterher...

Am Nebentisch...

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/1.4   1/45sec    ISO 250

Auch bei Regen gab es viel zu fotografieren, aber es sprengt mal wieder den Rahmen, wenn ich alles mögliche hier einstelle. Dieser Blog ist nämlich mal wieder zweigeteilt. Wie immer nach Urlaub oder langen Wochenenden hatte ich eine „atemlose“ Woche, ich kam nicht zum schreiben.


Dieses Wochenende war Stadtfest, da gab es jede Menge „Street“-Motive, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.

Und dann gab es eine zweite Herausforderung: Es war ein Feuerwerk angesagt. Als ich das hörte, dachte ich sofort: Muss fotografiert werden!

Hier ist dann wieder Vorbereitung wichtig. Ein Gespräch mit einem Mitarbeiter vom Stadtmarketing war schon mal gut, denn der Startort des Feuerwerks war in allerletzter Sekunde geändert worden, auf dem Flyer stand noch der alte.

Am Abend fuhr ich hoch zur Burg und sprach mit dem Feuerwerker, wann und in welchem Winkel das Feuerwerk abgeschossen wird.

Schliesslich ging ich im Geiste alle möglichen Orte durch, von denen man eine guten Blick auf die Burg hat und entschloss mich für einen Aussichtspunkt mit Übersicht über ganz Vlotho. Mir schwebte mehr ein Landschaftsbild vor, bei dem das Feuerwerk sozusagen ein Accessoire ist, bei dem ganz viel Vlotho präsent ist. Denn wenn man vom Boden aus ein Feuerwerk fotografiert, könnte das ja überall sein.


Ich positionierte mich auf einer Wiese gegenüber. Vom Feuerwerker wusste ich, dass er nicht senkrecht abschiessen würde, so brauchte ich nicht viel Himmel über dem Burgberg (dem Amthausberg) im Bild.

Das war insofern eine wichtige Information, als davon meine Objektivwahl abhing.


Ich wählte zunächst das 75mm Summicron aus. Als es dunkel wurde, machte ich ein paar Probeaufnahmen, um das vorhandene Licht zu prüfen. Die niedrigste (optimale) ISO-Zahl des Sensors ist einzustellen! Auf keinen Fall Auto-ISO! Bei der Canon Eos 5D II war das ISO 100, bei der M jetzt ISO 200, bei der M9 ISO 160.

Ich hatte bei der Canon 5 D mit Blende 8 bei dem letzten Feuerwerk gute Ergebnisse erzielt, da ich nun eine doppelt so lichtempfindlichen Sensor habe, musste ich die Lichtmenge halbieren, also eine Blendenstufe abblenden, von f/8.0 auf f/11.0.

Tatsächlich war der Himmel auch eine Stunde nach Sonnenuntergang noch recht hell, bei Belichtungszeiten länger als 8 Sekunden bei ISO 200 fing er an, auszubrennen. Dabei ist Blende f/11.0 schon sehr klein! Aber das ist nötig, um die Lichtmenge auf den Sensor durch die Feuerwerkskörper selbst zu begrenzen. Bei weiter offener Blende brennt die Spur der Rakete auf dem Sensor einfach aus, man hat zwar das „gemalte“, aber keine Farbe.

Man könnte auch einen ND-Filter verwenden, wenn man meint, die Blende wird zu klein (es kann schon Diffraktion einsetzen, Beugung am Blendenloch, welche die Auflösung vermindert). Aber das ist mir denn doch zu theoretisch, Blende f/11.0 ist schon o.k.

Ich wollte eigentlich länger als 8 Sekunden belichten, um mehr Raketen auf dem Bild zu haben, aber im Nachhinein stellte sich heraus, dass das so ganz gut war, denn alle explodierten fast an der gleichen Stelle des Himmels. In 8 Sekunden hatte ich ungefähr drei Raketen im Bild, mehr hätten wiederum zu Ausbrennung geführt.

So war alles bereit, ich saß am Rande der frisch gemähten Wiese, der Duft von Heu umgab mich, ein lauer Sommerabend. Von unten drangen die Geräusche des Stadtfestes herauf. Ich dachte daran, wie ich genau eine Woche vorher durch tiefen Schnee gestapft war.


Dann ging es los! Ich war hochkonzentriert und schaute mir gleich die ersten Belichtungen an, ab meine Einstellungen (und Annahmen) so korrekt waren. Alles passte. Ich hatte trotzdem Zweifel gehabt, denn das letzte Feuerwerk hatte ich noch mit meiner Canon 5D II fotografiert, das war schon drei Jahre her, seitdem war keine Gelegenheit mehr.

Nach ein paar Bildern mit dem 75er nahm ich doch noch das 50er Summilux für noch mehr Überblick.

Noch etwas: Ich fotografierte mit zwei Kameras! Zum Glück sah mich dort kein Mensch, sonst wäre ich mir wahrscheinlich etwas albern vorgekommen. Aber der Grund ist: Nach einer Langzeitbelichtung macht eine M9 und auch die M eine Leeraufnahme von gleicher Länge gegen den geschlossenen Verschluss, um das Bildrauschen anschliessend „abzuziehen“. Das heisst aber leider, die Kamera ist immer für die entsprechenden Intervalle ausser Gefecht. Warum das so sein muss. habe ich nie verstanden, die 5D hatte das nicht nötig...naja, normalerweise spielt der Zeitfaktor ja keine Rolle bei Langzeitbelichtungen.

Jedenfalls war meine Strategie: Wenn eine Kamera „zurückrechnet“, macht die andere weiter, und umgekehrt. Denn so ein Feuerwerk ist schneller vorbei, als man denkt, wenn man dann noch die Hälfte der Zeit verschenkt...

Auf der M9 hatte ich von Anfang an das 50er Summicron, ein ausgezeichnetes Objektiv, das ich viel zu selten benutze.

Während des Feuerwerks wurde es aber doch rapide dunkler, ich hätte jetzt gern die Belichtungszeit nach oben korrigiert, ging aber nicht, weil dann, wie zuvor erwähnt, zuviel Raketen auf einmal im Bild „landeten“ und nur noch ein weisser Fleck übrig bleibt. Blende aufmachen ging auch nicht, dann brannten die „Leuchtspuren“ aus...Dilemma! (anm.: Lösung hierfür ist natürlich der Einsatz eines Grauverlauffilters, der lag aber bei mir Zuhause...)

Als ich die Bilder in Lightroom hatte, war dann ein signifikanter Unterschied zwischen den M9- und den M-Dateien: Bei den M-Bildern konnte ich die relativ dunkle Landmasse gut „hochziehen“, ohne mit allzu viel Rauschen bestraft zu werden, während das bei der M9 zwar auch möglich war, aber doch massive Rauschunterdrückung erforderte. Natürlich war das zu erwarten, aber es ist eben immer eine andere Sache, den Beweis zu sehen. Fazit ist auch: Die Canon 5D II, mit der ich das letzte Feuerwerk fotografiert hatte, war dafür besser geeignet als die M9. Jetzt die M übertrifft dagegen die Möglichkeiten der 5D deutlich.

Übrigens habe ich für alle Fälle noch ein Bild nach dem Feuerwerk gemacht mit 42 Sekunden Belichtungszeit. Falls alle Stricke reissen, hätte ich diese Aufnahme in Photoshop mit den Feuerwerksaufnahmen „mergen“ können. Eigentlich nicht meine Arbeitsweise, aber immerhin eine Hintertür. Zum Glück erwies sich die Dynamik des Sensors ja doch als ausreichend. Hatte ich ja schon gemerkt, dass ich bei sehr dynamischen Szenen immer weniger zur HDR-Technik greifen muss, seit ich die M habe.


Das war jetzt schon fast ein kleines Tutorial, aber ein Feuerwerk ist eben ein absoluter Sonderfall. Man kann aber Rückschlüsse auf ähnliche Bedingungen ziehen, z.B. wenn man Blitze fotografieren will.

Feuerwerk

Leica M mit 75mm Apo-Summicron asph.  bei f/11.0   8sec    ISO 200

Feuerwerk, mehr Übersicht

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/11.0   8sec    ISO 200

Feuerwerk, noch mehr Übersicht

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/11.0   8sec    ISO 200

Feuerwerk, Detail, 100% Vergrösserung

Leica M9 mit 50mm Summicron   bei f/11.0   8sec    ISO 160

Hier mal ein M9 Bild, die kann das wohl auch...

Als ich heute morgen die Zeitung aufschlug, schaute mich gleich eines meiner Feuerwerksbilder grossformatig an: Ich hatte den Redakteur der Heimatzeitung auf dem Stadtfest getroffen. Natürlich hatte er seine eigenen Fotodokumentation vom Stadtfest, er ist ein guter Fotograf, aber er hatte nichts vom Feuerwerk und bat mich, ihm ein Bild zu schicken.

Da wusste ich aber nicht, dass er das dann quer über die ganze Seite drucken würde...aber natürlich freut man sich als Fotograf darüber. Alles andere wäre Heuchelei.


Das Feuerwerk war Freitag Abend, ich war am Samstag Nachmittag und noch mal später, als es dunkel war, durch die Stadt gegangen. Wenn mal in Vlotho was los ist, macht es Spass, die Innenstadt zu fotografieren, denn die ist eigentlich, mit ihren historischen Häusern, eine schöne Kulisse.

Ich gebe auch zu, dass mich bei solchen Veranstaltungen fotografisch gesehen auch das vielfarbige Kunstlicht fasziniert. Da kann man im Farbenrausch schwelgen, ohne am Sättigungsregler drehen zu müssen („Augenkrebs“ droht...).

Farbrausch

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/1000sec    ISO 3200

Albern, so‘n Autoscooter, was? Aber fotogen...

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/1000sec    ISO 3200

Jetzt habe ich die M ja schon eine Weile, aber ich schwelge immer noch in den neuen hohen ISO-Werten, die jetzt möglich sind. Gerade weil available light meine Spezialität ist, habe ich jetzt noch mehr Möglichkeiten und „Spielraum“, kurz, wenn ich bei der M9 oft am Limit des Machbaren arbeitete (aber sie brachte natürlich die Ergebnisse!), habe ich jetzt bei der M immer noch „Luft nach oben“.

Farbrausch

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/1000sec    ISO 3200

„Weindorf“, da war‘s besonders dunkel

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/60sec    ISO 2000

Ich hatte auch mal „Auto-ISO“ eingestellt wegen des sehr stark variierenden Lichtes, aber mit der Option „kürzeste Belichtungszeit festlegen“, die ich dann teils bei 1/60 sek, teils bei 1/125 sek einstellte, um nicht zu viel Bewegungsunschärfe zu bekommen. Bei der Belichtung schwenkte ich die Bildmitte zunächst auf „mittelhelle“ Bereiche im Bild, speicherte die Belichtung (Auslöser halb gedrückt), „rekomponierte“ den Bildausschnitt und löste aus. Diese Technik ist mir in Fleisch und Blut übergegangen und erfordert keine bewusste Überlegung mehr. Fokussieren im dunkeln mit Messsucher ist wie immer ein Fest...der elektronische Sucher ist für so was völlig ungeeignet.

Was hatte ich abends dabei ? Nur das 35er und das 50er Summilux. Dabei hätte ich noch das 28er Summicron und evtl. sogar das 21er Elmarit zur Auswahl, denn die sind auch recht lichtstark. Aber meinen Grundsätzen getreu, beschränkte ich mich lieber. Wenn man den Einsatz dieser „Killer-Bildqualität“ Objektive als Beschränkung bezeichnen kann...

Auf dem Kirchplatz, da waren besonders grelle Lichtquellen

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/45sec    ISO 640

Das war schon nach Mitternacht, eigentlich war noch viel los, aber die meisten hatten sich an bestimmten „Kernpunkten“ wie z.B. dem Kirchplatz festgesetzt, man „flanierte“ nicht mehr so viel.

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/45sec    ISO 640

Tagsüber war‘s auch schön bunt...

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

Aber da, am Autoscooter kam ich auf eine nicht offizielle „Sondereinlage“ zu, die ich nicht vorenthalten möchte.

„Scharfe“ Darbietung, mal eben den Autoscooter gestoppt...

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/4000sec    ISO 200  (alle drei Bilder)

Die Tanzeinlage wäre natürlich bei „Nebel“ und bunten Scheinwerfern was für Farbbilder, am Tage war unter dem Dach des Autoscooters leider nur gelbliches Licht, die Schwarzweissen Bilder werden der Sache mehr gerecht.

Überflüssig zu sagen, dass mir die Auswahl der Fotos, die ich hier zeige, schwerfällt, denn ich habe viele gleichwertige. Aber die Fotodokumentation vom Stadtfest machte mir echt Spass, ausserdem weiß ich jetzt schon, das spätestens nächstes Jahr die Herren vom Stadtmarketing „um die Ecke“ kommen und Bilder für einen Flyer brauchen...

Letztes Bild zum „chillen“: Der Hafen von Borlefzen, Samstagmorgen.

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/8.0   1/125sec    ISO 200

Ich merke, dass mir die Zeit fehlt, in Zwei-Wochen-Intervallen in meinem Blog zu schreiben. Es ist auch weder nötig noch schaffe ich es, alles, was ich gerade als Projekt habe, hier wiederzugeben. Es kommen in der nächsten Zeit mehrere Veranstaltungen, bei denen ich schon „fest gebucht“ bin, zu fotografieren. Möglich, das bis zum nächsten Blog auch mal ein Monat vergeht...