Swinging all together

 

Das Jahreskonzert der Musikschule Porta

 
 

Sonntag, 27. April 2014

Guitars

Leica M mit Vario Elmar-R 80-200 bei  200mm f/4.0   1/45sec    ISO 3200

Montag, 12. Mai 2014

Der Titel dieses Blogs war das Motto des Jahreskonzerts der Musikschule Porta, in Gemeinschaft mit den Schulen von Minden und Petershagen.

Meine Freundschaft mit einigen der dort tätigen Musiklehrer führt dazu, dass ich jetzt das dritte Mal in Folge diese Veranstaltung ablichten darf...

Das ist jedes Jahr wieder eine Fototechnische Herausforderung (besonders letztes Jahr, als die Hälfte der Zeit die Lichtintensität von Kerzenlicht herrschte...), aber der Raum, in dem das Konzert stattfindet, macht andererseits auch vieles leichter.

Die grosszügigen Abmessungen machen es leicht, sich darin auch unter den Akteuren zu bewegen, denn ständiger Standortwechsel ist sehr wichtig, selbst wenn man das Objektiv nie wechseln würde!

Dieses Jahr waren durchweg gute Lichtbedingungen, und anders als letztes Jahr, als ich auf Gedeih und Verderb meinen beiden lichtstärksten Summilux-Objektiven (50+35) ausgeliefert war, habe ich dieses Jahr eine „Wechsel-Orgie“ gefeiert.

Es kamen das 21er Super-Elmar, das 35er + 50er Summilux, das 75er Apo-Summicron, das 90er Summarit und....tadaa...for the first time ever....das Vario Elmar-R 80-200 f/4.0 zum Einsatz.

Welch letzteres ich mit gemischten Gefühlen eingepackt hatte, ob ich es denn dort gebrauchen könnte.


Wenn ich auch hier über die fotografisch relevanten Dinge spreche, will ich auf keine Fall versäumen zu erwähnen, dass das Konzert selber durchweg Spitze war.

Viele der Schüler haben ein hohes Niveau (Kompliment an die Lehrer) und damit steht und fällt die ganze Veranstaltung. Eine ganze Reihe von ihnen kenne ich schon aus den Vorjahren.

Und wenn jemand irgendeinen verbitterten alten Knochen kennt, der auf die „heutige Jugend“ schimpft, der soll ihn bitte zu dieser Veranstaltung schicken, wo er engagierte junge Menschen trifft, die mit Freude und Herzblut toll musizieren.


Dieser Blog kann nicht so lang werden (Zeit...), aber ein paar taktische Dinge für solche Veranstaltungen will ich loswerden:



1. Ständig in Bewegung sein (...die Beute umkreisen...)


  1. 2.Totale und Details im Blick behalten.


  1. 3.Die Eigenschaften der Objektive beachten und deren Möglichkeiten als Stilmittel nutzen.


  1. 4.Wenn möglich, bei jedem Programmpunkt verschiedene Objektive einsetzen.




Ich hatte diesmal wieder aus Bequemlichkeit „Auto-ISO“ eingestellt, und das hat auch gut funktioniert.

Ich musste mir dann bei der sehr unterschiedlichen Licht-Intensität an verschiedenen Stellen des Raumes nicht immer wieder Gedanken machen, bei welchem Objektiv ich welche ISO-Zahl einstelle. Die Belichtungszeit habe ich nicht Objektiv-Abhängig, sondern als untere Begrenzung 1/125sec eingestellt. So minimiert sich Bewegungsunschärfe durch verwackeln.

Die M ist für einen solchen Event bestens geeignet. Der Weissabgleich war nahezu perfekt, wenn man bedenkt, dass dort unglaublich gemischtes Licht war. Tageslicht an der Fensterfront, gelbliche Scheinwerfer im Bühnenbreich und grünliches Neonlicht  (igitt) über dem Zuschauerraum.

Ich habe fast 600 Fotos gemacht, dann hatte der Akku noch 20% Ladung. Dabei sehr viel mit Live-View und elektronischem Sucher, was eigentlich Strom frisst. Den zweiten Akku, den ich natürlich dabei habe, konnte ich getrost in der Tasche lassen.

Beim fotografieren selbst ist mir die Kamera nicht im Weg. Belichtungs- und ISO-Automatik greifen gut ineinander, ich kann mich nur auf Bildkomposition und  Fokus konzentrieren.

Manueller Fokus ist meiner Meinung nach bei so was ein Vorteil, ich suche mir schnell meine Ebene aus, die ich scharf haben will und muss nicht siebenmal autofokussieren, bis ich den richtigen Punkt erwischt habe. Und hinterher feststellen, dass es immer noch nicht richtig war...

Die Messsucher-gekoppelten Objektive fokussiere ich immer durch den optischen Sucher, das geht superschnell. Das Vario-Elmar 80-200 und gelegentlich das 90er Summarit habe ich mit elektronischem Sucher benutzt. Die Sucher Lupe und Fokus-Peaking funktionieren akzeptabel schnell, wenn ich auch nicht auf den Gedanken käme, so was bei Sportveranstaltungen einzusetzen.

Wichtig war die Belichtungskorrektur! Die vielen Spots auf den Gesichtern führten bei neutraler Einstellung zu ausgefressenen Highlights. Ich habe öfter auf -0,7 oder sogar -1EV kompensiert.

Dabei, mal was negatives, nervt mich der Klammergriff, mit dem man den vorderen Knopf neben dem Objektiv drücken muss und gleichzeitig am queren Stellrad dreht. Vorteil ist zwar, dass man die Kamera nicht vom Auge nehmen muss, aber selbst für meine kleinen Hände fühlt sich das krampfig an...

Schön wär‘s, wenn man irgendwann die Option hätte, statt des vorderen Knopfes den M-Knopf oben neben dem Auslöser zu nehmen.


Das Vario-Elmar 80-200 hat mich positiv überrascht. Zum einen, dass ich es dort überhaupt gebrauchen konnte, zum anderen, weil es sich mit der oben erwähnten Technik schnell fokussieren lässt. Ich habe sonst wenig mit Tele-Brennweiten am Hut, aber hier hat es mir geholfen, Details einzufangen.

Überflüssig zu sagen, dass es optisch erste Sahne ist...Blende 4.0 ist akzeptabel lichtstark.

Es verwandelt die Kamera allerdings in ein Monster mit gefühlt 10 kg Gewicht...ich würde es niemals auf eine Wanderung oder in eine Stadt mitnehmen.


Ein paar Bilder folgen. Die Schwarzweissen habe ich mit Silver Efex entwickelt und Kodak Tri-X Filmemulation darüber gelegt. Hier im Web kommt das wohl kaum rüber, aber die Körnung hat was. Ausserdem finde ich, dass die Wirkung des „echten“ Tri-X verblüffend gut getroffen ist. Ich denke, ich kann‘s beurteilen, weil ich damit schon mit meiner M2 und M3 gearbeitet und selbst entwickelt habe.


Die eigentlichen Farb-Bilder werden auf der Webseite der Musikschule zu sehen sein, die ich hier noch verlinke, sobald sie hochgeladen sind.


Hier der Link zu den Bildern

Solo

Leica M mit Vario Elmar-R 80-200 bei  200mm f/4.0   1/125sec    ISO 2500

Brass

Leica M mit 50mm Summilux asph. f/1.4   1/125sec    ISO 400

Flutes

Leica M mit 90mm Summarit  f/2.5   1/125sec    ISO 1250

Strings

Leica M mit 35mm Summilux asph. f/1.4   1/125sec    ISO 400

Girl with Guitar

Leica M mit 50mm Summilux asph. f/1.4   1/125sec    ISO 320

Far away

Leica M mit 50mm Summilux asph. f/1.4   1/180sec    ISO 500

Trombones

Leica M mit 75mm Apo-Summicron f/2.0   1/180sec    ISO 1250

Flügel zu sechs Händen

Leica M mit 50mm Summilux asph. f/1.4   1/180sec    ISO 200

Smalltalk

Leica M mit 35mm Summilux asph. f/1.4   1/350sec    ISO 400

Porträt am Klavier

Leica M mit 50mm Summilux asph. f/1.4   1/125sec    ISO 400

Volles Haus

Leica M mit 35mm Summilux asph. f/1.4   1/350sec    ISO 800

Get ready

Leica M mit 35mm Summilux asph. f/1.4   1/180sec    ISO 400

Konzentration

Leica M mit 75mm Apo-Summicron f/2.0   1/180sec    ISO 3200

Was aus den „Blues-Brothers“...

Leica M mit 75mm Apo-Summicron f/2.0   1/180sec    ISO 500

Notenstudium

Leica M mit 90mm Summarit  f/2.5   1/125sec    ISO 1250

Pianistin

Leica M mit 50mm Summilux asph. f/1.4   1/125sec    ISO 200

Griff

Leica M mit Vario Elmar-R 80-200 bei  200mm f/4.0   1/125sec    ISO 2500

Und so weiter...es gibt reichlich Auswahl. So viel Ausdruck, den man einfangen kann. Das ist das faszinierende an Konzertfotografie.


Die Fahrt an die Ardéche wirft schon ihre Schatten voraus. Obwohl ich mir vorgenommen habe, mir diesmal nicht so viel Stress mit fotografieren zu machen. Ich brauch‘ mal mehr Ruhe...

Trotzdem wird sich wohl manches nicht vermeiden lassen ;-)

Im Rampenlicht

Leica M mit 35mm Summilux asph. f/1.4   1/180sec    ISO 400