Eclipse

 

BTW: I‘m still alive and kickin‘

Samstag, 21. März 2015

Die Sonne, Sol

Aufgenommen ein paar Tage vor der Finsternis, um das Equipment zu testen. Die dunklen Punkte sind nicht etwa Dreck auf dem Sensor, sondern Sonnenflecken.

Leica M mit -80-200mm Vario-Elmar-R bei f/16   1/4000sec    ISO 200  ND-Filter 3.0

 
 

Es wird Zeit, dass ich wenigstens mal einen kleinen Blog-Eintrag mache, sonst beginnen ein paar Leute, das Web nach meinem Nachruf zu durchsuchen.

Ich war mit so viel anderem beschäftigt als Fotografie, und wenn ich was (fotografisch) gemacht habe, waren es mehr private Sachen.


Eigentlich hatte ich auch vor, mal was über neuere Kameramodelle zu schreiben, aber um es kurz zu machen, Newsflash: Das Rad ist erstaunlicherweise immer noch nicht neu erfunden worden!!

Es gibt immer noch nichts, was ich lieber hätte als eine M 240 :))

Durch einen glücklichen Zufall besitze ich die bereits!

Aber ich möchte auf einen Blogger hinweisen, mit dem ich schon mehrfach Kontakt hatte und der einen exzellenten Artikel zu dieser Kamera geschrieben hat: http://www.cetus-a.de/blog/2015/1/leica-m-typ-240


Gestern war ein Ereignis, dass meinen sportlichen Ehrgeiz geweckt hatte. Eben die Sonnenfinsternis. Die Hemmschwelle war niedrig, als mir klar wurde, dass ich alles Erforderliche dafür (vor allem Graufilter) bereits besitze und mich dafür nicht mal in Unkosten stürzen müsste.


Neben einer ausreichend langen Brennweite bracht man ziemlich extreme Filter. Man bekommt aber schon für ca. 30 Euro Filterfolien (z.B. AstroSolar), mit denen man sich selbst was passendes basteln kann. Es geht um eine Schwächung des Sonnenlichts im Faktor 1 : !00 000 .


Nun ist das, was ich habe, nicht die optimale Ausrüstung (schliesslich bin ich kein Astrofotograf), aber es war geeignet, den Versuch zu starten. Am Montag dieser Woche machte ich ein paar Testaufnahmen, das Ergebnis ist das Bild ganz oben.


Das Vario-Elmar-R hat mit 200mm ist bei der Auflösung der Kamera schon geeignet, dazu hatte ich noch einen B+W Graufilter der Stärke 3.0, dass ist 1000-fache Lichtschwächung, dann entweder kurze Belichtungszeit oder stark abblenden und man kommt auf den Faktor 100 000.


Eigentlich wollte ich das Ereignis direkt über Vlotho fotografieren, aber das Wetter machte nicht mit. Am Freitagmorgen war dichter Nebel bis in die Höhe (denn manchmal hat man bei uns dann Sicht von den Bergen). Als mir klar wurde, dass der Nebel sich bis 9.45 Uhr nicht lichten würde, fuhr ich los, zunächst auf die Berge um Vlotho (wie gesagt - keine Chance), dann Richtung Norden. An der Porta fuhr ich erst auf den Jakobsberg (zum Fernsehturm), fand aber leider auch dort nur dichte Suppe. Die Zeit wurde bereits knapp, als ich mir eine letzte Chance gab und noch zum „Willi“ hoch fuhr. Das ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica.

Uns siehe da: Der Nebel zog zwar auch da über den Grad, also weit entfernt von Ideal, aber wenigstens konnte man meist die Sonne sehen.

In aller Eile platzierte ich mein Stativ oberhalb des Monuments und begann, das feurige Gestirn abzulichten.

Leider nützen mir die Werte, die ich mir von meinen Testaufnahmen her eingeprägt hatte, überhaupt nichts. Wegen der ständig durchziehenden Nebelschwaden änderten sich die Belichtungsverhältnisse konstant, ich musste improvisieren. Sehr sportlich.


Aber trotzdem ist das keine Raketentechnologie, wenn man die grundsätzlichen Zusammenhänge verstanden hat, kann jeder die Sonne ablichten. Fotografisch gesehen ist das denn auch wenig künstlerisches. Eher nüchterne „Wissenschaftsfotografie“.

Denn wegen der Helligkeit der Sonne bleibt nun mal ausser dem glühenden Ball nichts von der Umgebung auf dem Foto übrig. Der auf manchen Fotos etwas hellere Bereich um die Sonne ist der beleuchtete Nebel.

Hier das Ergebnis:

Eclipse

Leica M mit -80-200mm Vario-Elmar-R bei f/22   1/8 - 1/25sec    ISO 200  ND-Filter 3.0

...und dann hatte ich keine Lust mehr, bis zum Ende zu bleiben, es war nämlich A....-Kalt.

Um eine Vorstellung zu bekommen, wie es beim Denkmal ausgesehen hat, noch eine Totale, aufgenommen mit dem 21mm Super-Elmar. Dabei war mein Ziel, möglichst die Sonne noch erkennbar darzustellen und trotzdem nicht alles übrige schwarz zu haben. Ein paar Belichtungsexperimente brachten das gewünschte Ergebnis. Vor dem Objektiv hatte ich noch einen Graufilter ND 1,8 geschraubt, der genügend Gegenlicht schluckte.

Grösste Bedeckung, ca. 77% um 10.42 Uhr

Kurz nach Beginn, ca. 9.45 Uhr

und danach war mir zu kalt...

Eclipse am Monument

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/60sec    ISO 200  ND-Filter 1,8

Mehr Zeit habe ich leider nicht für diesen Mini-Blog, aber ich wollte zumindest ein kleines Lebenszeichen geben.

Bald kommt sicher wieder mehr, einige Events sind bereits „vorgebucht“.