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Donnerstag, 14. März 2013

Oktobermorgen über Steinbründorf

Leica M9 mit 90mm Summarit bei f/2.8   1/750sec    ISO 160


Nein, das ist nicht die Toscana, auch die Landschaft bei Vlotho „hat was“, man muss sie nur im rechten Licht erwischen...


Mit ein wenig Stolz kann ich berichten, dass dieses Foto bei der Kategorie „Landscape“ beim Fotowettbewerb „I shot it“ von ca. 1000 Einsendungen zu den ersten 10 gehörte, darum mit einem „Mark of Excellence“ ausgezeichnet wurde.

 
 

Der Titel deutet‘s an: Heute mal nichts „lehrreiches“, mehr allgemeine Anmerkungen zu (fotografischen) Themen der Zeit...


Aber vorweg: Im Navigationsmenü ganz oben habe ich „Tutorials“ aufgenommen, dort habe ich alle Blog-Einträge verlinkt, die sich mit fototechnischen Themen und Problemlösungen befassen, da die Seite „Messsucher-Welt“ zu unübersichtlich ist und man nicht erkennen kann, wo ich nur „herumquatsche“ (so wie heute), oder wo ich vielleicht -hoffentlich- brauchbare Tipps und Tricks drin habe.

Meine kommende Abhandlung über Bildkomposition (wahrscheinlich ein Mehrteiler) ist ein ehrgeiziges Projekt, das braucht mehr Zeit und Ruhe, als ich momentan habe...


Was mich dieser Tage am meisten bewegt, ist meine erste Foto-Ausstellung! Der hier Ortsansässige Fotograf Frank Upmeier vom Studio „Fotoquip“ hat mich angesprochen, ob ich nicht in seinen Räumen „Vlotho-Bilder“ ausstellen will. Das ist sehr ehrenvoll, denn er ist selbst ein sehr guter Fotograf. Aber ich kann zumindest für mich in Anspruch nehmen, dass zum Thema „Landschaft um Vlotho“ keiner sonst eine solche Sammlung hat.

Der thematische Rahmen ist also festgelegt, da die potentiellen Ausstellungsbesucher ja in erster Linie Interesse an der heimischen Landschaft haben.

Aber einige meiner übrigen Bilder aus ganz anderen Genres werden in einem übergrossen Bildschirm als Diashow gezeigt, so dass der Besucher schon einen Einblick hat, dass ich mehr als „nur“ Landschaftsfotografie betreibe.

Die Heimatzeitung hat auch darüber berichtet, ich hatte schon von vielen Leuten aus Vlotho eine positive Resonanz.

Dabei habe ich tatsächlich auch eine Anfrage unserer Kurklinik Bad Senkelteich, ob ich dort im September eine Ausstellung machen möchte ;-)


Als ich im letzten Blog darüber sprach, dass ja jeder seine Bilder auch mal gerne präsentiert, hatte ich mir das auch noch nicht träumen lassen...jetzt muss ich mir passende Worte zur Eröffnung einfallen lassen...


Natürlich wollen alle nur die „schönen“ Landschaftsbilder, die „andere“ Seite von Vlotho (Leerstände, verlassene Ladenlokale in der Innenstadt, überhaupt Schmuddelecken) will ja keiner sehen, obwohl das auch fotogen sein kann...

Ich war neulich z.B. ein letztes Mal (hab‘ ich mir geschworen) in der alten Schöningschen Villa, sie fällt jetzt total ein, nachdem der Brand vorletztes Jahr den Dachstuhl zerstört hat und überall Wasser eindringt. Daher ist man darin natürlich seines Lebens nicht mehr sicher.

Aber ich wollte einmal in dem markanten unteren Nebenraum das 12mm Voigtländer einsetzen, also war ich noch mal drinnen, immer mit einem Auge nach oben...

Villa Schöning,  ein Paradebeispiel aus der Reihe: Abandoned Places

Leica M9 mit 12mm Voigtländer Heliar bei f/5.6   4sec    ISO 160

Was die Leica-Welt (zumindest in den internationalen Blogs) gerade erschüttert, ist eine Pressemitteilung von DxO (die sich auf die Messung von Sensoreigenschaften spezialisiert haben, französische Firma, geben auch eine Raw-Konverter Software heraus, bei deren Entwicklung ich als „Alpha-Tester“ beteiligt war, ich kenne die Brüder also ganz gut...), das der Sensor der M9 so grottenschlecht ist.

Surprise, surprise! Sie nehmen einen 4 Jahre alten Sensor und vergleichen den mit den Neuesten aus Canikon! Wenn das nicht Äpfel und Birnen sind! Nur weil die das neu verpackt haben, schlägt das jetzt Wellen, ich weiss aber sicher, dass die Messung gar nicht neu ist, sondern ich diese Ergebnisse schon vor 2 Jahren auf der Webseite von DxO eingesehen habe.

Man weiß wirklich nicht, ob man über die Reaktionen darauf lachen oder weinen soll, nur aufgrund dieser schwachsinnigen Messung fragen wirklich Leute bei Steve Huff an, ob sie jetzt ihre M9 lieber verkaufen sollen, da sie ja von Leica im grossen Stil über die Bildqualität getäuscht worden seien. So ein blödsinniges Gearhead-Gejammer hat die Welt noch nicht gehört. Sind diese Typen nicht in der Lage, ihren eigenen Augen zu trauen?

Als ich noch Student war, haben wir über solche Leute, die nicht allzu viel Intelligenz zeigten, gesagt, sie hätten ein „supra-nasales Problem“. Scheint hier auch vorzuliegen...


Also wirklich, DxO testet nur den nackten Sensor, keine Objektive davor, nicht die Funktionalität der Kamera, es handelt sich um absolut abstrakte Werte! So kann man eine Kamera im Ganzen überhaupt nicht beurteilen. Wer nur danach seine Kameras aussucht, dem bleibt nur die Nikon D800e, na prost Mahlzeit, dann können wir ja alle wieder mit 15kg Glas losziehen...

Aber selbst der „antiquierte“ Sensor der M9 liefert knallscharfe, auf Pixelebene superstabile Dateien, die bis ISO 800 definitiv besser sind als z.B. die aus meiner Canon 5DII (und der Sensor der 5DIII ist nur marginal anders). Wer Augen hat zu sehen...

Schon länger vor diesem „Eklat“ hat Marcel Reichmann von „Luminous Landscape“ ernsthafte Zweifel an dem praktischen Wert dieser DxO - Messungen geäußert, eben mit der Begründung, dass der wirkliche Gebrauchswert einer Kamera durch ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger in der DxO-Rangfolge überhaupt nicht beeinflusst wird. Das gibt übrigens so ziemlich wieder, was alle Sachverständigen Fotografen zu dieser Geschichte sagen.

Und ich sage jetzt noch: Bitte mal das Bild ganz oben ansehen von Steinbründorf, Sonnenaufgang (kein HDR !!), soviel zur mikrigen dynamischen Breite der Kamera. Die Raw Datei ist mit „Expose to the right“ aufgenommen, in Lightroom die Belichtung nach unten korrigiert, die Tiefen behalten. Weissabgleich aus der Kamera, etwas Kontrast dazu, das war‘s. So etwas kann nur eine exzellente Kamera mit exzellenter Optik (schliesslich: Voll gegen die Sonne!) liefern, wer mir da erzählen will, die M9 bringt‘s nicht, ist so glaubwürdig wie Walter Ulbricht („Niemand hat vor, eine Mauer zu errichten...“).

Aber das soll jetzt nicht klingen, als wäre ich persönlich beleidigt, dass „meine“ Kamera bei DxO schlecht abgeschnitten hat, ich wusste ja seit über 2 Jahren, wo sie steht, das hat mich nie gestört. Trotz der schlechten High-ISO Werte konnte ich Low-Light Fotografie wie nie zuvor verwirklichen, da gibt es ja genug Bilder auf meiner Webseite, die das belegen. Die ganze Sache bestätigt für mich nur einmal mehr, wie die Foto-Industrie (Canikon) die Technik-Gläubigkeit bestimmter Käuferschichten benutzt, um denen jedes Jahr neue Kameras zu verticken. Jetzt bin ich mal so arrogant und sage: So unterscheidet sich der Dilettant eben vom wahren Fotografen, der über so etwas steht.


Jetzt muss ich über mich selbst grinsen, denn im nächsten Absatz widerspreche ich mir selbst, er handelt nämlich von der neuen „M“, allgemein „Typ 240“ genannt.

„Das Kind im Mann erspart die Schwangerschaft“ fällt mir dazu ein, denn welche andere Begründung könnte ich liefern, dass ich die neue M unbedingt haben will, wo ich doch gerade dargelegt habe, dass die M9 eine fantastische Kamera ist? Aber Leica bringt auch nur alle 3-4 Jahre eine neue Kamera heraus, das sind dann auch keine kleinen Änderungen beim neuen Modell.


Also, im Blog-Beitrag „Die perfekte Kamera?“ habe ich so einiges aufgezählt, was ich an der M9 gern verbessert hätte. Wie sich jetzt zeigt, ist an der „M“ jeder meiner Kritikpunkte abgestellt worden. Es ist zum verrückt werden. Das macht dieses Ding natürlich als Werkzeug wesentlich vielseitiger als die gute alte M9. Das geniale dabei ist, das die „Puristen“ gar nicht zur Kenntnis nehmen müssen, dass die „M“ plötzlich Live-View, Video, GPS und alle möglichen „Bells and Whistles“, wie die Angelsachsen sagen, hat, sondern damit weitermachen können, als hätten sie immer noch die M9 in der Hand.

Aber Leute wie ich freuen sich schon über Wetterfestigkeit, High-ISO Kapazität, Live-View und Focus-Peaking, was die Kamera ungleich vielseitiger und bedienfreundlicher im Einsatz macht. Das ist kein triviales Upgrade, das ist eine völlig andere Kamera!

Es gibt schon einige sehr positive Reviews von Fotografen, die durchaus kritisch eingestellt sind (also nicht nur der Leica-Fanclub, der sowieso alles gut findet). Allgemeine Anerkennung erntet die Firma, dass sie wirklich auf die Kritik und Anregungen derjenigen gehört haben, die die M9 täglich benutzen. Von den oben aufgezählten Hauptpunkten (High-ISO, Wetterfest, Live-View, Focus-Peaking etc.) abgesehen, gibt es viele kleine Verbesserungen, die den Gebrauch der Kamera noch angenehmer machen: Der Sucher ist (auf Anregung von Sean Reid) wieder wie bei der M8 auf 2m Entfernung optimiert, was die Sucherrahmen insgesamt genauer macht, das Layout der Bedienknöpfe ist leicht verändert (aber besser so),das Auslösegeräusch ist wesentlich leiser als bei der M9 u.v.m.

Dabei haben die Ingenieure bei Leica es tatsächlich geschafft, alles in genau dem gleichen Gehäuse unterzubringen. Aber es ist nicht eine „überarbeitete“ M9, die Kamera ist von Grund auf neu konstruiert!

So manches klingt trivial, aber für mich ist das z.B. überaus angenehm, wenn der Auslöser diskret ist, weil ich oft in leisen Umgebungen arbeite und so wenig wie möglich stören will.

So kommen viele zu dem Schluss, dass die „Neue“ die beste M aller Zeiten ist. Nebenbei: DxO hat auch nichts mehr zu „meckern“, der neue Sensor entspricht den modernen Anforderungen...das war sowieso klar, aber wie ich oben dargelegt habe, nicht der wichtigste Punkt. Ich habe die „M“ bereits im September vorbestellt, so hoffe ich, dass ich vielleicht in den nächsten 4 Wochen „an der Reihe“ bin...


Aber: Nur wegen der neuen Kamera werde ich wohl kaum bessere Bilder machen! Doch manches wird durch das neue Werkzeug einfacher. Dummerweise gibt es jetzt allerdings kaum noch die Entschuldigung „das liegt an der Kamera“ wenn ein Bild mal nichts wird (das war aber eigentlich jetzt auch schon so)...

Steinwald am Bonstapel bei Schneefall, Bild vom Wochenende

Leica M9 mit 28mm Elmarit bei f/4.0   1/500sec    ISO 160


Ich will jetzt endlich mal wieder Farbe in der Welt sehen, das ist das letzte Winterbild dieses Jahr!

Uups, der Skiurklaub kommt ja noch...

Doch noch ein Klecks Farbe...so war‘s schon letzte Woche...


Leica M9 mit Summarit 90mm f/5.6 bei 1/350sec   ISO 160

Heute morgen an der Weser,  kein HDR

Leica M9 mit Summicron 75mm bei f/4.0   1/180sec  ISO 160


Wenn das aus einer Kamera mit Leica-Glas und einem „antiquierten“ Sensor kommen kann, dann bin ich mal gespannt, was mit der neuen „M“ passiert. DxO hat heute die Messergebnisse veröffentlicht: Natürlich liegen die jetzt gleichauf mit den anderen Vollformatkameras. Nicht ganz so gut wie die Sony-Sensoren, aber was soll‘s: In Wirklichkeit kommt es auf das Gesamtpaket an, die Möglichkeit, die M-Objektive (auch die von Zeiss, Voigtländer, Nikon usw.) vor einen speziell dafür mit Mikrolinsensystem ausgestatteten Sensor zu bekommen, gibt es bei keiner anderen Kamera auf der Welt. Und das macht die M9 und die M einzigartig.

Das nächste Bild ist auch ein Beispiel dafür, es gibt nicht viele Kameras, auf denen ein 12mm-Objektiv Verzeichnungsfreie und bis in die Ecken scharfe Bilder liefert:

Heute morgen, vor Sonnenaufgang

Leica M9 mit 12mm Voigtländer Heliar bei f/5.6   1/45sec    ISO 160

Das obere und das untere Bild zeigen ein wenig den Unterschied im Bildausschnitt zwischen dem 12-und dem 21mm-Objektiv. Sie sind aber nicht ganz genau vom gleichen Standort gemacht, da ich diesen Vergleich heute morgen nicht im Sinn hatte, mir ging es da mehr um die Bildkomposition und die Anordnung der Bildelemente.

Heute morgen, vor Sonnenaufgang

Leica M9 mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/60sec    ISO 160