Jagt auf Photonen

 

...oder „ISO-Orgien“

Samstag, 20. Juli 2013

Flöten im Dunkeln...

Dieses Foto habe ich extra nicht in S/W konvertiert, um zu zeigen, wie gut der Sensor der M auch bei ISO 6400 noch die Farben darstellt.

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/90sec    ISO 6400

 
 

“Light thinks it travels faster than anything but it is wrong. No matter how fast light travels, it finds the darkness has always got there first, and is waiting for it.”

Terry Pratchett (Reaper Man)


Wer diese Webseiten besucht, wird zwangsläufig feststellen, dass ein grosser Teil meiner Sozialisation sich über Musik und Musizieren (meist im mehr klassischen Bereich) definiert. Ich selbst spiele zwei Instrumente in verschiedenen Gruppierungen, singe (mal Bass, mal besser) in unserer Kantorei (St.Stephan), meine Töchter spielen Cello und Klavier, singen ebenfalls in verschiedenen Chören, meine Frau ist nebenberufliche Organistin (und singt natürlich auch in der Kantorei). Das zusammen ergibt so viele Berührungspunkte zu allen mögliche musikalischen Veranstaltungen, dass eigentlich ständig Fotos davon hier auftauchen müssen.


Aber auch die Menschen, die ich durch das musizieren im Lauf der Jahre kennengelernt habe, Profis und Amateure, sind mir oft lieb und wert geworden.

Musiker sind per se gebildete und interessante Zeitgenossen, deren Freundschaft ich hoch einschätze.

Durch Katharina Ehlenbröker, der „Chefin“ unseres Flötenquartetts, die auch an der Musikschule Porta lehrt, war ich im letzten Jahr dazu gekommen, das Sommerkonzert der Musikschule fotografisch zu dokumentieren (was übrigens wiederum zu neuen Kontakten und Freundschaften führte).

Das letzte mal hatte ich im Januar das Neujahrskonzert der Lehrer der Musikschule fotografiert, und das hatte mich mit der M9 an die Grenze des Machbaren gebracht, weil es dort derart „funzelige“ Lichtbedingungen gab, dass ich viel mit ISO 1600 arbeiten musste und dennoch bei Blende f/1.4 bestenfalls auf Belichtungszeiten von 1/60sec kam. Aber immerhin, trotz technischer Grenzen, eine Reihe brauchbarer Aufnahmen ist dabei doch entstanden. „Chiaroskuro“ war Pflicht...

Aufmerksame Pianistin beim Neujahrskonzert

Diesen Blick weiß jeder Solist zu schätzen. Es ist jenes abwartende Beobachten, genau auf die Handlung des Solisten zu reagieren. Das zeichnet eine gute Pianistin aus.

Leica M9 mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/60sec    ISO 1600

Als ich nun gefragt wurde, ob ich denn das diesjährige Sommerkonzert wieder fotodokumentieren würde, hatte ich nicht damit gerechnet, dass es wiederum eine fototechnische Herausforderung würde. Warum?

Weil es um Film-Musik ging! Der ganze Saal wurde zum Kino und entsprechend abgedunkelt, die Akteure mit wenig Licht oder gar nur der Pult-Beleuchtung in Szene gesetzt...

Zum Glück gab es aber auch „hellere“ Momente. Aber aus diesen Umständen ergibt sich schon der Titel des heutigen Beitrags, ich war buchstäblich um jeden Lichtstrahl dankbar, der auf meinen Sensor fiel...

Also, mit Auto-ISO angestellt  harrte ich der Dinge, die da kommen. Und da ich, um zu viel Bewegungsunschärfe zu vermeiden, als längste Belichtungszeit 1/125sec eingestellt hatte, lag ich oft bei 3200 oder 6400 ISO. Da ich aber schon bei den vorherigen Gelegenheiten festgestellt hatte, das dabei brauchbare Resultate herauskamen, juckte mich das wenig. Sobald 6400 ISO erreicht waren, stellte die Kamera die Belichtungszeit sowieso wieder länger ein, so dass auch einige Bilder mit 1/90sec oder länger dabei sind.

Ich hatte beim Sommerkonzert des Wesergymnasiums festgestellt, dass die mittenbetonte Messung der M leicht zur Überbelichtung führt, wenn Personen in sonst dunkler Umgebung in hellem Scheinwerferlicht stehen. Ich hatte dann zu manueller Belichtung und fester ISO-Einstellung gegriffen. Hinterher war mir noch eingefallen, dass ich die Automatik bei Umstellung auf Spot-Belichtungsmessung hätte beibehalten können. Aber dabei wird die Kamera zwangsläufig langsamer, weil über den Sensor gemessen wird und dann beim Auslösen eine Verzögerung entsteht, weil der Verschluss erst zu und dann wieder für das Bild aufgeht.

Das tolle bei der M ist doch, dass es eigentlich überhaupt keine spürbare Auslöseverzögerung gibt und sie darum ein so geeignetes Werkzeug für Event-Fotografie ist, eben jener „instant decisif“ nicht wegen der Technik verstreicht...das liegt dann nur noch an der Trägheit des Fotografen...

Dort, beim Konzert, fiel mir noch ein anderer „Workaround“ ein. Ich stellte versuchsweise die Belichtungskorrektur auf -1/3 (was ich sonst nie mache, meist steht sie auf +1/3 oder +2/3, weil ich dem Grundsatz „expose to the right“ folge). Aber das brachte die Messung in den richtigen Bereich und machte mir das Fotografieren leichter, weil ich die ISO-Automatik beibehalten konnte. Merke: Man muss sich das Leben nicht unnötig schwer machen, nur weil manuelle Einstellung „kultiger“ klingt...

Im Hintergrund die Savanne...

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 6400

Schon während des Konzertes war mir klar, dass ich sehr viel mit hohen ISO-Werten arbeitete, das ganze Ausmaß wurde offenbar, als ich die Bilder in Lightroom hatte. Nur sehr wenige Bilder sind unter ISO 2000. Viele mit 6400. Aber wenn dann natürlich auch Rauschen  offenbar wird, so stört das wenig und lässt sich bei Bedarf unterdrücken. Dabei finde ich auch, das man von dem selbstverständlich stattfindenden Verlust an Dynamik nichts merkt. Die Bilder haben gute Farben, sogar der Weißabgleich  musste meist nicht geändert werden.


Aber hätte ich nun mit der M9 bei diesen Bedingungen "die Segel strecken" müssen?


Ich glaube, nur bedingt. Denn ich hatte es mir ja mit der M sehr bequem gemacht, als ich Auto ISO mit 1/125sec einstellte.

Die M9 macht bei ISO 1600 noch akzeptable Dateien, die von der Farbe zwar nicht mehr so der "Brüller", für S/W aber sowieso gut sind. Das heißt nicht, das Farbbilder in 1600 ISO nicht gehen.

Ich denke, ich hätte, mit diesen Lichtverhältnissen konfrontiert, eben diese "Schallgrenze" an ISO eingestellt und notgedrungen mit längeren Belichtungszeiten gearbeitet, vielleicht mehr mit dem 35mm Summilux gemacht als mit dem 50er, weil es längere Belichtungszeiten eher "verzeiht". Man kann akzeptabel scharfe Bilder aus der Hand noch mit, sagen wir 1/12sec machen. Dann darf sich das Motiv natürlich nicht bewegen...

Aber oft wäre ich wohl bei 1/30 oder 1/60sec gelandet, wenn man da im richtigen Moment auslöst, lässt sich mögliche Bewegungsunschärfe minimieren.


Eigentlich läuft es darauf hinaus, dass man sein Werkzeug (vor allem seine Grenzen) kennen muss. Die M9 war fast drei Jahre lang meine erste Wahl, ich weiß genau, was mit ihr geht.

So gesehen werde ich durch die M "verweichlicht", weil ihre Grenzen weiter gesteckt sind. Aber eigentlich ist es besser, wenn man bei solchen Events nicht so sehr mit der Technik kämpfen muss, denn man sollte seine Energie mehr in die genaue Beobachtung der Abläufe der Veranstaltung, rechtzeitigen Standortwechsel, passende Bildwinkel - kurz - Motivsuche stecken. Dabei muss die Kamera als Werkzeug "in der Hand verschwinden". Das ist bei der M sicher gegeben (und bei der M9 ebenfalls, solange man nicht an die eben beschworenen technischen Grenzen stößt).

Und wenn kein Licht mehr da ist, dann gibt's eben keine Bilder. Ist ja auch absurd, im Dunkeln ist schließlich nichts zu knipsen...man sieht auch so nichts. Soll man dann vielleicht die Dunkelheit mit "Blitzen durchzucken"? Was für eine Art von Bildern käme dabei schon heraus? Die Engländer nennen die Bildwirkung dann "deer in the headlight" (Reh im Scheinwerferlicht), was wenig ansprechend wirkt.


Ohne Photonen keine Fotos...also bemühte ich mich bei dem Konzert, diese kleinen Dinger einzufangen.


Und da, als ich durch den Sucher in der Dunkelheit umherspähte, sah ich es: Ein Photon! Ich dachte erst, vielleicht ist es ein Ausserirdischer, aber nein, das wäre zu gewöhnlich. Ein Photon bekommt man nicht jeden Tag vor die Linse! Das kleine Ding feixte mich frech an, es wusste genau, wie schwer es zu fangen ist...


Hier das Foto:

Photon in freier Wildbahn

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/25sec    ISO 6400

Obwohl ich sagen muss, dass es eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Cellisten Oliver Krüger hat...


Bei den unterschiedlichen Beiträgen wechselte die Beleuchtung von „stockduster“ bis „halbwegs gut beleuchtet“, eigentlich wurde das alles klaglos mehr oder weniger automatisch von der M bewältigt. Lediglich bei sehr hellen Spots musste ich aufpassen, weil die eben nach wie vor leicht ausbrennen, wenn man sich zu sehr auf den Kamerainternen Belichtungsmesser verlässt. Das gilt allerdings für jede Kamera.

Tanz der Grundschulkinder: „I like to move it“

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/45sec    ISO 6400

Einzug der Flöten

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 6400

Vierhändig

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Musik zu „Modern Times“

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 6400

„On Stage“ vor dem Konzert

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/4.0   1/125sec    ISO 800

Die Streicher

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 400

Erst später dran: Die Bläser

Leica M mit 90mm Summarit  bei f/2.5   1/30sec    ISO 6400

Letzte Anweisungen vorm Konzert

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2000

Vierhändig

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 3200

Ein paar von den obigen Fotos sind noch beim Proben direkt vorher entstanden. Ich kann jedem nur den Tipp geben, bei solchen Events früh zu erscheinen, denn diese Probenarbeit ergibt schon sehr viele dankbare Motive. Man kann sehr viele menschliche Interaktionen und „Nebenschauplätze“ einfangen.

Nach diesen Schwarzweissen noch ein paar farbige Fotos, um noch mal die Farbe bei hohen ISO-Werten zu zeigen.

Begeisterungsfähige Klavierlehrerin

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Zu Acht Händen

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/90sec    ISO 6400

Das Blech

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/90sec    ISO 3200

Gelungen

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 6400

Wer unbedingt alle Konzertbilder anschauen will, kann sie sich auf der Webseite der Musikschule Porta ansehen, dort sind allerdings alle in Farbe. Die Schwarzweissen mache ich mehr für mich.


Aber das war an dem Wochenende nicht alles...am Tag darauf (Sonntag) war Konzert des Gospelchores und des Jugendchores von St. Stephan.

Unsere rührige Kantorin hat nämlich eine totale Schwäche für Gospel und darum vor drei Jahren diesen Chor ins Leben gerufen. Nur mal zum Mitzählen: St. Stephan hat also vier Chöre mit völlig unterschiedlicher Zielsetzung und Leuten. Die Kinderkantorei (Nicht mal mitgezählt ein Chor von ganz kleinen Vorschulkindern), Die Kantorei (für die klassische Kirchenmusik), einen Jugendchor und eben den Gospelchor.

Das Konzert am Sonntag war richtig gut besucht, das freut natürlich die Ausführenden. Ich hatte mal wieder ein „Heimspiel“, und nach den Lichtbedingungen am Vortag dachte ich schon, ich müsste jetzt einen ND-Filter vorschrauben ;-)

Beim einsingen

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/90sec    ISO 2500

Jugendchor: Gabriellas Sång

Falls einer aufschreit: Igitt, was für Hauttöne! Am Bühnenrand war ein Scheinwerfer mit lila Licht...

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/90sec    ISO 1250

Lesung

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1000

Übersicht

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/3.4   1/125sec    ISO 1250

Solo

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 2000

Standing Ovations

Leica M mit 21mm Super-Elmar. bei f/4.8   1/60sec    ISO 3200

Dies letzte Foto ist auch wieder ein Beweis für die Leistungsfähigkeit des neuen Sensors. Denn wir haben eine hochdynamische Szene vor uns. Der Kirchraum mit den unterschiedlichen Lichtquellen ist voll da, dabei brennen die Fenster, durch die viel helleres Tageslicht fällt, nicht aus. So ganz nebenbei bemerkt brauchte ich auch nichts am Weißabgleich „drehen“, er ist so aus der Kamera und ganz exakt.

Goodbye, HDR...


Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich alle Bilddateien von dem Wochenende geordnet, sortiert und bearbeitet habe, aber eigentlich ist das, obwohl man es nicht übertreiben darf (viereckige Augen!) noch ein Teil des Vergnügens, denn ich freue mich immer noch über die sagenhafte Bildqualität der M oder M9 (und das soll für die M8 auch gelten).


Am Mittwoch war ich Abends zur Probe in Porta Westfalica, dem Ort, der die Musikschule beheimatet. Unser Flötenquartett probte in St.Walburga, dort findet im September ein Konzert statt, wir wollten uns mit der Akustik dort vertraut machen.

Nach der Probe schnappte ich mir Stativ und Kamera und folgte einem kleinen Pfad, der hinter der Kirche anfängt, durch den Wald hinan bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen Blick auf die „Porta“ hat, jenen Gebirgseinschnitt, durch den die Weser vom Weserbergland kommend zur Norddeutschen Tiefebene fließt.

Sommerabend an der Porta Westfalica

Leica M mit 28mm Elmarit  bei f/4.0   32sec    ISO 200

Denkmal, genannt „der Willi“

Leica M mit 90mm Summarit  bei f/4.8   1,5sec    ISO 200

Bei dem Denkmal handelt es sich um das von Kaiser Wilhelm I., also nicht zu verwechseln mit dem unseligen Wilhelm II., der für ein wenig ruhmreiches Kapitel deutscher Geschichte steht.


Als ich meine Fotos „im Kasten“ hatte, ging ich durch den mittlerweile stockfinsteren Wald zurück zum Ort.

Ich war froh, dass eine Taschenlampe zu meiner Standard-Fotoausrüstung gehört. Jeder, der schon mal nach Einbruch der Dunkelheit in einem dichten Laubwald war, weiß, wie finster es dort ist.

Mir kommt immer der Begriff der „panischen Angst“ in den Sinn, das ist nämlich die Angst, die von dem Waldgott Pan ausgeht.


Heute las ich im auf verschiedenen Webseiten, dass die M von der Tipa (das ist eine Vereinigung von Fototechnischen  Fachzeitschriften) zur besten Profi-Kamera des Jahres gewählt wurde. Hört, Hört...

Vielleicht ist das auch eine zweifelhafte Ehre, wenn man bedenkt, dass sie die M9 in der Vergangenheit als die beste „Prestige-Kamera“ gewertet haben. Peinlich. Diesen Titel gibt‘s nicht mehr, wer würde den wohl jetzt kriegen? Die Hasselblad Lunar?


Eigentlich sollte ich es nicht mehr tun, aber ich lese oft die Kommentare zu solchen Meldungen. Die Stimmen der Vernunft verhallen ungehört. Egal, um was es geht, es werden hanebüchene Behauptungen aufgestellt und Äpfel mit Birnen verglichen. Von den Mini-Bildern im Netz erkennen manche, dass die Leica-M Bilder genau so aussehen, wie die aus einer Canon 5D Mark II (und wieso soll das eigentlich was Negatives sein?) und all so abstruses Zeug. Da ich beide Kameras habe bzw. hatte, kann ich übrigens mit Fug und Recht zu dem Punkt sagen: Totaler Quatsch. Einige (vor allem US-Amerikaner) haben Schaum vor dem Mund, weil sie keine M bekommen können und vermuten ein Komplott bei Leica. Haarsträubend.

Dann gibt es Reviewer wie Lloyd Chambers, der ellenlange Listen von Fehlern der M aufzählt, die jetzt sofort durch ein Firmware-Update zu ändern sind. Komisch, ich hatte bisher den Eindruck, dass meine M doch Bilder macht, wenn ich den Auslöser drücke und bestimmte Verhältnisse von Blende und Belichtungszeit einhalte...stimmt, die Firmware hat Mucken, aber das Update kommt schon noch.

Es mangelt an Geduld, alles muss sofort passieren, keine Toleranz, Hauptsache was zum Meckern haben. Okay, okay, ich fang schon wieder an. Aber warum fehlt so vielen der Sinn für das Gute im Leben, vor allem, wenn es nur um eine Kamera geht? Ich kann sehr gut mit der M leben, so wie sie ist, selbst wenn nie ein Update käme (aber das kommt!). Eigentlich sind die Luxusprobleme solcher Menschen abstoßend.


Übrigens habe ich meine gute alte M9 zur „Kur“ zum Customer Service bei Leica geschickt. Ich wollte gern mal den Sensor wieder richtig sauber haben, der Messsucher musste vielleicht auch mal nachjustiert werden.

Tatsächlich wird der Sensor gegen einen Neuen ausgetauscht. Auf Kulanz, denn Garantie ist schon lange nicht mehr. Das ist auch Leica. Zwar saftige Preise, aber der Service stimmt.

Der Sensor ist sicher eines der teuersten Bauteile der Kamera. Dabei war der alte nicht wirklich kaputt, ich habe ja noch neulich beim Feuerwerk damit fotografiert. Ich vermute aber, dass manche Flecken so in der Sensoroberfläche „eingebrannt“ sind, dass er nicht mehr zu reinigen ist.

Na bitte, ich bekomme eine neue Kamera zurück, einschliesslich Reinigung und Justage des Entfernungsmessers, für Null!


Letztes Bild: Anfang der Woche war ich zum Bonstapel gefahren, das ist die höchste Erhebung in Vlotho. Sage und schreibe 342m über NN :-)

Ganz oben steht eine interessante Baumgruppe, ein Ring von Buchen, der etwas wie eine Kultstätte wirkt. Ich wollte ein Bild davon im Sommer machen, denn Frühjahr und Herbst habe ich schon, es ist dann noch ein Winterbild geplant.

Jedenfalls machte ich das „normale“ Foto. Dann fiel mir ein, mich einmal mit dem 12mm Voigtländer nah daran zu stellen. Der Charakter eines solchen Bildes ist gegenüber normalen Perspektiven total verändert.

Hier beide Fotos zum Vergleich (aber bei dem 12mm Foto stehe ich auf der anderen Seite).

Buchenring

So eine kleine Blende nehme ich sonst nie, aber ich wollte gern den Sonnenstern recht deutlich haben, dafür muss man stärker abblenden.

Leica M mit 28mm Elmarit  bei f/11   1/60sec    ISO 200

Fliehende Bäume

Leica M mit 12mm Voigtländer Heliar  bei f/5.6   1/25sec    ISO 200

Jetzt beginnen die Ferien, alles wird ein bisschen ruhiger, weniger Veranstaltungen. Ich will mich in nächster Zeit mehr um Landschaftsfotografie kümmern. Wohin (und wann) ich in Urlaub fahre, wird noch nicht verraten.

Vielleicht gibt‘s so bald keinen neuen Blog, kommt drauf an...