Primus inter pares

 

Die neue Fuji Finepix X100s

Sonntag, 7. April 2013

Die Fuji X100s

Leica M9 mit 75mm Summicron bei f/16   16sec    ISO 160


Meine eigene X100s mit Filtervorsatzring von JJC und B+W UV-Filter 49mm-Gewinde. Die eigentliche Gegenlichtblende, die mit Bajonett angebracht wird, kann man weglassen, da Filter + Ring zusammen bereits ausreichend Schutz gegen Streulicht bieten. So bleibt die Kamera kompakt genug, um in eine Manteltasche zu passen.

 

Zwei Tage, bevor es in den Skiurlaub ging, bekam ich die neue Kamera. Ich hatte im Februar alle anderen Fuji-Kameras verkauft, um Platz für die neue M zu schaffen, denn man kann ja doch nur mit einer Kamera fotografieren...

Die X-Pro1, die ich als „Backup“ benutzte, würde überflüssig, weil die M9 dann diese Rolle übernimmt.

Die X100 aber war Familienkamera, ich war schon immer begeistert von ihren Qualitäten, aber sie hatte auch ihre Fehler. Vor allem am Anfang hatte sie mehr  „Bugs“ als ein indischer Strassenköter...


Aber es war die Kamera, die ich dabeihatte, wenn ich eigentlich keine Kamera dabeihatte...außerdem konnte ich sie jedem in meiner Familie in die Hand drücken, um mal Fotos zu machen. An meine M9 traut sich von denen trotz zahlreicher Versuche keiner ran...dabei ist das doch wirklich keine Raketentechnologie...


Ich wollte die neue X100s haben, weil sie eine Ergänzung zur M9 darstellt, anders als die X-Pro1, die im wesentlichen dieselben Aufgaben erfüllt. Die X-Pro war also über, weil ich jederzeit die M9 bevorzugte. Nichts gegen die X-Pro1, Spitzen-Kamera, aber wie ich schon sagte, ich kann immer nur mit einer fotografieren!


Für den Skiurlaub hatte ich eigentlich vorgesehen, mir einfach die M9 mit einem Objektiv umzuhängen, dem 28mm Elmarit.

(nebenbei: Das ist für mich die universelle Kleinbild-Brennweite. Bei richtiger Bildkomposition kann man damit Menschen, Städte, Landschaften immer ins rechte Licht rücken. Der Bildwinkel bei 28mm kommt dem normalen Gesichtsfeld eines Menschen am nächsten. Dagegen ist zum Beispiel das 50mm Summilux, das ich so gern mit Offenblende zum Freistellen benutze, sehr speziell. Wenn ich eine Weltreise machen sollte mit nur einem Objektiv, würde ich das 28mm nehmen)

Das Elmarit deswegen, weil es zusätzlich zu meiner bevorzugten „Universalbrennweite“ auch noch sehr klein ist, so das die Kamera mit Objektiv beim Skifahren nicht stört. Zusätzlich wollte ich die M3 mitnehmen, um wie letztes Jahr auch analoge Bilder zu machen.

Aber nun kam die Fuji früher als erwartet (hat zur Zeit noch 6 Wochen Lieferzeit). Ich nahm mir vor, die „Neue“ im Skiurlaub auf Herz und Nieren zu prüfen. So blieb die M9 im Tal und die M3 ganz zu Haus, denn ich wollte ja Skifahren, nicht einen Haufen Kameras herumschleppen.

Das ist ja gerade der Vorteil der X100s: Sie ist noch kleiner als die M9, man merkt sie gar nicht. Ich hatte den Riemen relativ kurz gemacht, so dass die Kamera sicher unterhalb meines rechten Armes anlag, wenn ich Kopf und rechten Arm durchsteckte. Sie lag dort so gut, dass ich damit sogar im Funpark über Schanzen springen konnte, ohne dass sie herumflog. Ausserdem war sie jederzeit griffbereit.

Im Skigebiet Obertauern (Vielleicht sollte ich doch Postkartenfotograf werden...)

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/8.0 bei  1/1250sec   ISO 200

Zuhause hatte ich die Kamera auf gewohnte Weise eingestellt: Alles Gepiepse und Gezwitscher, einschliesslich der drei wählbaren künstlichen Auslösegeräusche wird abgestellt. Übrig bleibt eine absolut lautlose Kamera. Eine unschätzbare Eigenschaft, wenn man in akustisch sensiblen Umgebungen Fotos machen will (im Skigebiet war das natürlich egal). Der Zentralverschluss der X100 macht kein Geräusch.

Des weiteren stelle ich zur Bildspeicherung auf Raw+JPG, d.h., die gewohnte Raw-Datei, die die Dynamik des Sensors voll ausschöpft, aber in diesem Fall auch das kamerainterne JPG-Bild, denn Fuji ist für seine Spitzen-JPG‘s bekannt. Oft kann man sich die Mühe sparen, das Raw-Bild zu bearbeiten. Bisher tat sich ja Lightroom in Bezug auf Raw etwas schwer mit dem X-Trans Sensor, aber das neueste Update räumt mit einigen Problemen („watercolor-effect“) auf. Wer nur JPG‘s macht, sollte evtl. auf „DR auto“ (Dynamic Range auto) schalten, die Kamera geht dann mit den Highlights besser um, die erzeugten JPG‘s sind besser. Aber ich stelle immer auf „DR 100“, damit nimmt mir die Kamera nicht das Denken ab. Eine dynamisch schwierige Szene erkenne ich selbst, ich benutze dann die Belichtungskorrektur, um meine Ziele zu erreichen (was immer ich schonen will - die Highlights oder die Schatten), dann verarbeite ich in der Regel auch die Raw-Datei.

Die automatische Bildrückschau stelle ich ganz ab, damit bleibt der Sucher frei (in dem sonst das Bild gezeigt wird, solange ich ihn am Auge habe), denn ich will mir nicht die Möglichkeit verbauen, sofort das nächste Bild zu machen. Will ich das Bild prüfen, betätige ich die Bildrückschau selber, ausserdem stelle ich sie so ein, dass mir das Histogramm gezeigt wird, das ist sowieso das Einzige, was mich wirklich interessiert. Die kamerainterne Rauschunterdrückung bei hohen ISO-Werten stelle ich auf -2, das ist der kleinste Wert, denn ich bevorzuge klarere Dateien, wenn auch ein wenig Rauschen da ist. Das bezieht sich natürlich nur auf die kamerainternen JPG‘s.

Hier ein Beispiel für die fantastische High-ISO Fähigkeit des X-Trans Sensors:

Hotelbar

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/2.0 bei  1/60sec   ISO 3200, aus der Hand

JPG aus der Kamera, keine Veränderung in Lightroom!

Solche lupenreinen JPG‘s liefert die Kamera (ausserdem traumhaft genauer Weissabgleich), dabei geht auch noch ISO 6400! Hier die 100%-Vergrösserung des vorigen Bildes, kamerainterne Rauschreduktion auf -2 gestellt, es steht jedem frei, nach störendem Rauschen zu suchen, viel Spass dabei...

Sonst noch Fragen?


Wohlgemerkt, das ist das JPG, mit der Raw-Datei kann man noch ganz andere Sachen machen. Bitte auch noch einen Blick auf die Auflösung werfen, die ja ob der hohen ISO-Zahl schon eingeschränkt ist. Trotzdem toppt sie alles, was ich im APS-C Sensor Bereich bis dato kannte (diese Eigenschaften haben natürlich alle Kameras mit dem X-Trans Sensor, also auch die X-Pro1 und die X-E1): Meine (ehemalige) Canon Eos 7D konnte mit dem besten Objektiv nicht mal annähernd das erreichen, davon abgesehen, dass sie bei der ISO-Zahl nur noch Schneegestöber produzierte...

Natürlich können moderne Sensoren eben mehr, die Nikon D7100 schafft gleich gute Ergebnisse. Aber dass ist ein ganz anderer Klotz!


Es gibt ja schon einige Reviews online, alle sind begeistert über die Bildqualität, die in diesem kleinen Ding steckt. Aber eines ist sie nicht: Sie ist nicht der „Leica-Killer“, der sehnlichst von einigen erwartet wird. Erst mal ist sie keine System-Kamera, die Vielseitigkeit der Leica, gerade zum Weitwinkel-Bereich hin gibt es nicht. Zum Zweiten: So toll auch die Bilddateien sind, die DNG‘s aus der M9 sind noch immer besser. Der einzige Reviewer, der das nicht so sieht, ist Zack Arias, und der gibt (wenn auch an anderer Stelle) selber zu, niemals eine M9 in der Hand gehabt zu haben, woher soll er es also wissen.

Die einzige kleine Kamera, die diese Qualität erreicht oder sogar (insbes. im High-Iso-Bereich) übertrifft, ist die Sony RX1. Aber auch diese ist eine Festbrennweitenkamera, also weniger vielseitig, ausserdem (Sorry, alle RX1-Besitzer) ist eine Kamera ohne Sucher einfach nur ein Krüppel. Die ganze Kompaktheit geht flöten, wenn ich einen Aufstecksucher benutzen muss. Aber wir wollen mal annehmen, dass Sony eine gewisse Evolution einleitet, evtl. erwartet uns eine RX-Kamera mit Wechselobjektiven und vielleicht sogar mit Sucher...dann würde es echt eng für Leica. Das fände ich gar nicht so schlecht, Konkurrenz belebt das Geschäft.


Aber zurück zu meinen Erfahrungen im Skiurlaub: Die Kamera musste einige extreme Bedingungen aushalten. Es war zum Teil noch bitter kalt, dazu kam starker Schneefall. Feuchtigkeit und hohe Temperaturunterschiede störten die Kamera nicht. Da ich zügig Ski fahre und die Sicht oft schlecht war, kam es auch vor, dass ich mich gelegentlich mal „plattmachte“, aber dann musste ich nur den Schnee von der Kamera klopfen, den Filter vor der Linse säubern und weiter ging‘s!

Für helle Umgebungen unschätzbar praktisch: Der eingebaute ND-Filter! Ich legte die Schaltung des Filters auf den frei belegbaren „Fn“-Knopf oben neben dem Auslöser, so dass ich sehr schnell, ohne ins Menü zu müssen, eine offene Blende auch bei blendend weissem Schnee benutzen konnte.

Überhaupt gibt es jetzt den „Q“-Knopf, der einem direkten Zugang unter Umgehung des Menüs auf wichtige Einstellungen bietet.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Kamera merkt sich alle Einstellungen, egal ob ausgeschaltet oder gar der Akku entnommen wird. Trivial? Aber das trifft bei weitem nicht für alle Kameras zu!


Ebenso wie bei Leica haben die Fuji-Ingenieure auf alles gehört, was an der alten X100 kritisiert wurde und jeden Punkt verbessert. Der Drehknopf für die Belichtungskorrektur, der sich zu leicht verstellte, hat jetzt einen höheren Widerstand, der Umschalter von Autofokus auf Manuell ist jetzt richtig abgestuft, der elektronische Sucher hat eine bessere Auflösung, das manuelle fokussieren ist jetzt eine echte Option und vieles mehr. Wer das alles genau wissen will, sollte einen der Reviews lesen, z.B. bei Steve Huff oder Sean Reid.


Das Ergebnis von alldem ist eine Kamera, die ein sorgfältig durchdachtes Werkzeug für einen Fotografen darstellt, dabei, bei eingeschalteten Automatiken, trotzdem vom völlig Unbedarften bedient werden kann. Oder wenn man einfach zu faul ist, sich zu viele Gedanken über die Belichtung zu machen...

Sicher ist, dass diese Kamera dem „Leica-Feeling“ beim fotografieren am nächsten kommt, ohne selbst eine Messsucherkamera zu sein.

Am Stil kann noch gearbeitet werden, aber sonst...

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/4.0 bei  1/800sec   ISO 200

Eines, gebe ich offen zu, war beim Skifahren eine Erleichterung: Der Autofokus. Ich habe oft während der Fahrt fotografiert, auch rückwärts fahrend, und das wäre mit der M9 schwieriger gewesen (man achte auf meine Aussage „schwieriger“, also nicht unmöglich, nur hätte ich dann mehr Stress beim fahren gehabt...).

Dazu kommt, dass der Autofokus wirklich jetzt superschnell ist, es war also immerhin möglich, fahrende Skiläufer scharf abzulichten, bei der X100 zuvor undenkbar. Die X100s ist jetzt eine der schnellsten Autofokus-Kameras (neben der Olympus E-M5 OM-D) in diesem Segment.

Mal eben im vorbeifahren draufgehalten...und der war wirklich schnell

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/5.6 bei  1/1250sec   ISO 200

Schneeräumer

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/2.0 bei  1/25sec   ISO 3200

Das obige Foto „Schneeräumer“ kann man getrost als eine Art Leistungsbeweis werten, denn so unscheinbar es auch wirken mag, es vereinigt einige neue Merkmale in sich: Der Schneeräumer war nicht langsam, er kam mir mit wenigstens 50 km/h entgegen. Kaum eine Kamera würde es schaffen, so schnell zu fokussieren und auszulösen, so dass das Fahrzeug noch im Schärfentiefebreich liegt. Dabei war hier Blende 2, also der kleinste mögliche Bereich!. Des weiteren mal wieder ein Foto mit ISO 3200, kein Rauschen...

Hier noch die 100% Ansicht zum Beweis:

Das grösste Kompliment, das ich der Kamera machen kann, ist, dass ich dafür meine geliebte M9 im Tal ließ...

Dabei ist es dennoch so, dass für mich nach wie vor nichts über die M9 geht (mal sehen, wenn die „M“ kommt...), aber beim Skilaufen war einfach die Entscheidung deswegen so ausgefallen, weil trotz allem nicht das Fotografieren Priorität hatte, sondern die Familie und der Sport. Dabei brauchte ich aber meine hohen Ansprüche an die Bildqualität nicht zurückzuschrauben.


Ich habe nun eine zweite Kamera, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann, die ich mit reproduzierbaren Ergebnissen einstellen kann (kurz: die erzeugten Bilder sind keine Zufallsprodukte, sondern Ergebnis meiner Interpretation der Lichtbedingungen).

Direkte Kontrollen aller wichtiger Parameter (Blendenring, Belichtungszeit, ISO-Zahl, Belichtungskorrektur) ergeben ein zuverlässiges Werkzeug für einen Fotografen, der weiß, was er tut.

Der Sucher bietet eine Vielzahl an (wahlweise einstellbaren) Informationen. Ich bevorzuge immer den optischen Sucher, aber die Option, einen brauchbaren elektronischen Sucher zu haben, ist ein weiterer Pluspunkt.

Was ich noch gar nicht erwähnt habe: Der Kamerainterne Blitz ist, wie schon bei der X100, toll abgestimmt als z.B. Aufhellblitz bei Gegenlicht, oder um ambientes Licht zu nutzen.. Dazu kann er jetzt externe Blitze steuern, was sogar für die Studiofotografie (die mich weniger reizt) interessant ist.

Auf diese Dinge wird besonders im Review beim „Strobist“ eingegangen.


Die absolute Lautlosigkeit macht sie für mich besonders attraktiv, denn, wie man weiss, fotografiere ich oft in akustisch sensiblen Umgebungen und will nicht stören.

Den möchte ich sehen, der sich traut, bei einem klassischen Konzert mit einer Canon 5D Mark III Bilder zu machen. Er wird unweigerlich den Zorn der Ausführenden auf sich laden, wenn er mehr als ein Foto macht...

Dabei nützt das Argument auch nichts, er könne ja mit langer Brennweite arbeiten, um nicht zu stören. Die Bilder mit einem Tele sind immer „Paparazzi-Stil“ und haben nicht die Tiefenwirkung wie, sagen wir ein lichtstarkes 35-oder 50mm-Objektiv. Die Perspektiven von langen und kürzeren Brennweiten kann man nicht gegeneinander ersetzen. Äpfel und Birnen...


Insgesamt habe ich noch vieles gar nicht erwähnt, was noch alles an Verbesserungen gegenüber der alten X100 dazugekommen ist, aber das kann man alles zur Genüge online lesen. Mir war wichtig, meine eigenen Eindrücke zu schildern, nicht die vorhandenen Reviews abzuschreiben.


Ich lasse noch ein paar Bilder für sich sprechen:

Schneelandschaft

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/5.6 bei  1/1400sec   ISO 200

Skischulkinder (man beachte: Gute Darstellung der Farben trotz Gegenlicht)

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/5.6 bei  1/2000sec   ISO 200

Einfach Schnee...minimalistisch

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/8.0 bei  1/1250sec   ISO 200

Übrigens, noch ein wichtiger Tipp zwischendurch: Bei all den sehr hellen, reflektierenden Umgebungen wie (klassischerweise) Schnee oder hellem Sandstrand muss man die Belichtungskorrektur wegen des irritierten Belichtungsmessers nach oben stellen!

Alle Aufnahmen ohne Ausnahme habe ich mit einer Belichtungskorrektur von +1 EV gemacht, das ist deutlich nach oben korrigiert! Das gilt für jede Kamera (der Grundsatz galt schon in der Analog-Fotografie). Sonst wären die Bilder klar unterbelichtet. Das trifft auch für Motive mit Schneehintergrund zu, wenn die Sonne gar nicht scheint, wie bei dem folgendem Foto:

Skischulsammelplatz

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/2.8 bei  1/140sec   ISO 200   ND-Filter

Ich mache ja gern Schwarzweissfotos, nicht jede digitale Kamera liefert Dateien, die sich zur Konvertierung z.B. in Silver-Efex eignen. Auch was das betrifft, lässt sich mit der X100s etwas anfangen...

Später Nachmittag im Skigebiet

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/5.6 bei  1/1700sec   ISO 200

Zum Abschluss noch ein Bild aus meiner M9, Obertauern bei Nacht.

Denn selbst wenn ich die M9 dieses Jahr im Tal gelassen habe, fand sich dort unten noch genügend anderes zu fotografieren.

Des weiteren soll dieses Bild auch noch wieder denen das Maul stopfen, die immer noch der Meinung sind, der Sensor der M9 tauge nichts, nur weil die DxO-Messung so schlecht war (anscheinend habe ich die Sache doch persönlicher genommen, als ich es selbst geglaubt habe...).

Obertauern bei Nacht

Leica M9 mit 50mm Summilux asph. bei f/ 4.0  3sec    ISO 160

 

Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat!


Die M9 ist mit einigen Objektiven zusammen so kompakt, dass ich sie stundenlang in Städten oder auf Wanderungen herumschleppen kann, dabei noch jede Menge anderen Kram (Rucksack) dabei haben kann, ohne dass es mich einschränkt. Sogar ein Carbon - Stativ mit kleinstem Kugelkopf von Manfrotto ist kein Problem.

Angenommen, ich hätte nun eine Nikon D800e oder so...das sind schon ganz andere Belastungen beim Wandern (oder Fahrradfahren, oder bei Städtetouren), wollte man ebenso gute, lichtstarke Objektive mitnehmen. Das Stativ müsste wesentlich schwerer sein, vom Kugelkopf ganz zu schweigen. Oder, wie jetzt gerade beim Wintersport: Klar kann man die mit einem Standard-Zoom davor mitnehmen, aber sie beim Skifahren einfach umhängen? Wirkt sich fatal auf den Fahrstil aus...also muss man sie immer mühsam aus der Bereitschaftstasche fummeln...Motiv ist dann schon wieder weg.

Fazit: Tolle Bildqualität bei der Nikon D800e, sicher besser (wenn man ein Objektiv davor hat, welches dem Sensor gerecht wird...) als bei meiner M9, nur leider hätte ich sie nie dabei, wenn ich sie bräuchte...


Und dann die Fuji X100s: Ich stecke sie ein, wenn ich gar nicht vor habe zu fotografieren. Dann ist sie die beste Kamera (lt. Grundsatz s.o.)  ;-)

Es fällt eine Menge Neuschnee

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/4.0 bei  1/350sec   ISO 200   ND-Filter

Am Zehnerkar

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/6.4 bei  1/2000sec   ISO 200

Der Blick vom Balkon, nächtlicher Neuschnee

Fuji X100s mit 23mm Fujinon-Objektiv (35mm Kleinbild-Äquivalent)  f/2.0 bei  1/7sec   ISO 3200


Dieses Foto habe ich aus der Hand gemacht. Mit dieser Low-Light Fähigkeit befindet sich die Kamera in illustrer Gesellschaft von wesentlich teureren Modellen wie der Sony RX1 oder den neuesten Nikon DSLR‘s.

Leica M rules!


...bis eine Vollformat Fuji oder Sony mit Hybridsucher und Wechselobjektiven herauskommt...

Als die Fuji X100 herauskam, waren alle von dem Konzept begeistert und liebten die Kamera, aber hassten sie zugleich wegen ihrer „Bugs“, von denen die meisten durch Firmware-updates abgestellt werden konnten. Nach und nach mauserte sich die Kamera zu einem brauchbaren Teil, so dass die Gefahr von Schlaganfällen bei unter Bluthochdruck leidenden Fotografen deutlich vermindert wurde.


Bei der X100s wurden jetzt auch die „Hardware“-basierten Probleme im wesentlichen ausgeräumt. Für mich war zum Beispiel ein ständiges Ärgernis bei der X100, dass sich der Drehknopf für die Belichtungskorrektur verstellte und wenn man nicht immer ein Auge darauf hatte, man jede Menge Fehlbelichtungen hatte.

Das z.B. ist behoben und vieles andere mehr, aber persönlich gibt es zwei Dinge, die ich als Kritik anmerken möchte (die Liste von Dingen, die Anfangs bei der X100 negativ anzumerken war, nahm dagegen epische Ausmaße an...).

Zum einen, das haben aber alle Reviewer auch anzumerken, ist die Akku-Kapazität sehr klein. Nun ist das nicht besonders schlimm, aber man sollte wohl daran denken, sich einen oder zwei Ersatzakkus einzustecken, wenn man ein längeres „Shooting“ vorhat. An einem Tag in Obertauern, als besonders schönes Wetter war, stand ich am frühen Nachmittag ohne „Saft“ da. Das war nun keine Katastrophe, ich hatte genügend Bilder von dem Tag im Kasten. Das waren übrigens 150 Aufnahmen (also Raw+JPG 300 Bilder auf der Speicherkarte). Nicht allzuviel also, aber die Kapazität des Akkus war in diesem Fall natürlich auch noch dadurch eingeschränkt, dass es sehr kalt war und ich die Kamera ja außen am Körper trug. Ich hätte vielleicht noch ein paar Aufnahmen „herauskitzeln“ können, wenn ich den Akku in der Tasche gewärmt hätte.

Das zweite, was mich gelegentlich irritierte, war, dass man die Bedienknöpfe auf der Rückseite oft unabsichtlich betätigt und sich etwas verstellt. Ich hatte öfter den Fall, dass ich die Kamera ans Auge nahm und den Sucherrahmen vermisste, weil irgendwie die „View Mode“ gedrückt worden war, vielleicht schon durch das tragen am Körper. Auch andere Tasten wurden auf dieselbe Art versehentlich betätigt. Ich kenne dieses Verhalten von der M9 z.B. nicht.

Es wäre praktisch, wenn es so etwas wie eine „Tastensperre“ gäbe, die diese versehentliche Betätigungen beim Hantieren oder Tragen verhindert. So muss man immer ein Auge darauf haben, dass nichts verstellt wurde.