city lights

 

...then we take Berlin!

Dienstag, 7. Januar 2014

Abend am Alexanderplatz, die Lichter gehen an

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/90sec    ISO 3200

 
 

Am Neujahrstag fuhr die ganze Familie für vier Tage nach Berlin. Meine Frau und ich müssen ab und zu mal Großstadtluft schnuppern, die große Tochter findet Berlin natürlich „cool“, die Kleine hat keine andere Wahl als mitzukommen...

Wenn ich in die Weltstädte komme, wie Berlin, Hamburg, München oder (zuletzt) Paris, bin ich Landpomeranze immer von den Dimensionen dort „erschlagen“. Nicht nur rein architektonisch, sondern auch was das kulturelle Angebot betrifft.

Sicher, auch Bielefeld, Minden, Herford hat einiges zu bieten, aber es ist und bleibt Provinz...

Wenn man dort (in Berlin) lebt, wird man wahrscheinlich mit der Zeit unempfindlicher gegen die „Reizüberflutung“, die ich empfinde und nimmt alles als gegeben hin, aber ich kann verstehen, wenn so ein Großstadtbewohner hier bei uns nicht mal tot über‘m Zaun hängen will...

Trotzdem hat das Landleben was für sich, und wenn man hier (in Ostwestfalen) geboren ist, ergibt sich natürlich auch eine emotionale Bindung zur Heimat.


Ich war selber überrascht, als mir klar wurde, dass es schon zwei Jahre her war, dass ich das letzte Mal in Berlin war. Ein paar Baustellen sind fertig geworden, ansonsten wird gerade im Bereich der Museumsinsel und Unter den Linden viel gebaut.

Typische Szenerie

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/2.8   1/60sec    ISO 3200

Natürlich habe ich viel fotografiert (surprise!). Allerdings beschränken sich meine Motive auf die üblichen Touristenziele, denn das war ich ja, ein Tourist.


Falls also ein Berliner diesen Beitrag liest, bitte ich um Nachsicht wegen der Motivwahl.


Ich war auch fast die ganze Zeit mit Familie unterwegs, was mir ein bisschen die Ruhe nimmt, den optimalen Zeitpunkt für‘s Foto abzuwarten.

An den Touristenzentren finde ich eigentlich die Menschen dort mindestens so interessant wie die Sehenswürdigkeiten, weshalb ich auch immer anstrebe, die Besucher und das betreffende Bauwerk, Museumsstück etc. zusammen abzulichten.

Übrigens, wen‘s interessiert: Rein urheberrechtlich fällt das fotografieren von (fremden) Personen an solchen Sehenswürdigkeiten unter den sogenannten „Panoramaparagraphen“, ist also ohne Zustimmung der Abgelichteten erlaubt, solange ich die Bilder nicht gewerblich nutze oder die Personen irgendwie unwürdig oder demütigend dargestellt sind.


Dass das Wort des Jahres 2013 nach Oxford Dictionaries zu recht „Selfie“ ist, konnte ich in Berlin an jeder Ecke (und vor allem bei Madame Tussauds) sehen.

Da habe ich auch gar nichts dagegen, aber wenn man sich dann zuhause die Berlin-Bilder anschaut, kann das leicht eintönig werden...

„Selfie“

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/4.0   1/1000sec    ISO 200

Ein Berliner wird wahrscheinlich aufstöhnen, wenn ich jetzt zugebe, dass ich (familiengebunden) jeden Touristennepp mitgemacht habe, der sich bot: Mit der kleineren Tochter wurde ich zu Madame Tussauds „dienstverpflichtet“, während der weibliche Rest der Familie shoppen ging, dann durfte ich dafür danach mit der „Großen“ in Berlin Dungeons. Dort wenigstens wusste ich es einmal zu schätzen, das Ostwestfalen zum Königreich Preußen gehörte, dann mir klingen noch die Schreie der Bayern in den Ohren, die in der Folterkammer sofort in die Käfige gesperrt wurden...

Nach Sea Life (ich war doch erst gerade in Westerland im Aquarium) blieb mir wenigstens Legoland erspart...

Einmal mit George Clooney am Tisch sitzen...

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 800

Gleich am ersten Abend waren wir noch am Potsdamer Platz im Sony-Center. Das hat für mich gefühlt immer was von Disney-World...

Tatsächlich wurde ich auch nicht enttäuscht, denn mitten drin war eine riesige Kulisse als Werbung für den Film „The Hobbit“ aufgebaut, zur jeden vollen Stunde gab es dort eine Light-Show mit einer Tänzerin.

Als bekennender Tolkien-Fan lässt mich der Rummel um „The Hobbit“ ziemlich kalt. Bei der Verfilmung von „Lord of the Rings“ kann ich noch anerkennen, dass Peter Jackson sich zumindest bemüht hat, sich halbwegs an die Buchvorlage zu halten, aber nachdem ich den ersten Teil von „The Hobbit“ gesehen habe, weigere ich mich schlichtweg, mir Teil II anzutun. Denn das ist nur Klamauk. Erinnert mich an die Karl-May Verfilmungen aus den 60er Jahren...die Filme hatten auch  nicht mehr mit den Büchern zu tun wie bei „The Hobbit“...

Wie dem auch sei, die Light-Show war ein Spektakel, bei dem alle Tugenden der „M“ voll zur Geltung kamen. Nebeleffekte, Seifenblasen, Laser, Spots, Spiegel, da war das manuelle Fokussieren die einzige Möglichkeit, das Motiv im Fokus zu halten. Mit dem Messsucher war das Kinderleicht. Ich lehne mich jetzt vielleicht weit aus dem Fenster, aber ich behaupte mal, dass jedes Autofokussystem bei solchen Lichtbedingungen überfordert ist und zumindest nur randomisierte Ergebnisse liefert.

Dazu die ISO-Kapazität und die Dynamik des Sensors, vereint mit der Funktionalität der Kamera und der Optik (50er und 35er Summilux), ist das Ergebnis garantiert. Nicht, dass nicht auch die M9 dort einsetzbar gewesen wäre, aber mit der M ist alles noch viel einfacher.

Im Gegensatz dazu wurde mit klar, dass eine Kamera wie die Sony A7 dort problematisch gewesen wäre, entweder weil der Autofokus zu langsam wäre (oder, wie schon oben angemerkt, daneben liegt), oder weil manuelles Fokussieren mit Fremdobjektiven (Leica oder nicht) längst nicht so schnell ginge. Dabei ist völlig schnuppe, dass der Sensor der A7 Spitze ist, das Handling erst entscheidet über die Brauchbarkeit der Kamera. (Nebenbei: Der Fuji X100s oder X2 würde ich noch zutrauen, adäquate Ergebnisse zu liefern, nur haben die RAW-Dateien nicht die Qualität.)

„The Hobbit“-Installation vor der Show

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/30sec    ISO 3200

Light-Show

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 400

Light-Show

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 200

Light-Show

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/350sec    ISO 200

Light-Show

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/350sec    ISO 640

Davon habe ich ca. 30 Bilder, alle brauchbar, jedes mit anderem Licht. Die Kamera hatte ich auf Auto-ISO und Auto-Weißabgleich stehen, Belichtung und Lichttemperatur brauchte ich im Postprocessing kaum zu ändern. Lediglich die Highlights habe ich zurückgenommen, die vielen Lichtquellen neigen zum überstrahlen.


So schön das übrigens als Motiv war, ist mir doch nicht klar, was die Darstellerin eigentlich mit Figuren aus Tolkiens Mittelerde zu tun haben soll, sind doch dort keine menschlichen Wesen mit Flügeln anzutreffen.

Handelt es sich vielleicht um Prinzessin Lillifees Mutter? Oder ist dies unter der Bezeichnung „Jahresendfigur mit Flügeln“ (=DDR-Jargon für „Engel“)  einzuordnen?

Jedenfalls werte ich die Fotos als Leistungsbeweis für die M, es gibt nicht viele Kameras, die das gleiche Ergebnis liefern können (aber es gibt sie natürlich!).


Nun spielte sich bei unserem Besuch nicht alles auf Disney-World Niveau ab, div. Ausstellungen und Museen standen auch auf dem Programm.

Am zweiten Abend ging‘s in die Philharmonie, zwar waren die Hausherren nicht da (die hatten sich über Weihnachten und Neujahr wohl völlig verausgabt), aber die Tschechischen Philharmoniker sind auch nicht gerade ein Kurorchester (Ogottogott! Nichts gegen Kurorchester!).

Die waren mit Chor und Solisten angereist, dadurch ergab sich die seltsame Programmkombination Beethovens 9. Sinfonie und Carmina Burana (Orff).

Ich war wieder mal von der Architektur beeindruckt, eigentlich soll dort nicht fotografiert werden, aber anscheinend nahm dieses Verbot niemand ernst (es wird auch von den Ordnungskräften nicht angemahnt), also fühlte ich mich auch nicht verpflichtet, mich daran zu halten. Sonst tue ich das schon!

Aber ein Herr, der neben mir saß und mit dem ich über das Thema sprach, sagte mir auch, die Berliner hatten zur Zeit andere Sorgen (Flughafen Berlin-Brandenburg!), als sich um so triviale Sachen zu kümmern...

Konzerterlebnis

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1250

Die 9. Sinfonie kam zuerst, als ich mich in der Pause mit meiner Frau über ein paar Imperfektionen im Zusammenklang von Chor, Solisten und Orchester unterhielt (es gab ein paar Tempouneinigkeiten...), hörte dies eine Berlinerin in der Nähe und fragte uns mit spitzbübischem Lächeln, wie uns die Aufführung gefiele...Als wir etwas verhalten antworteten, war das genau, was sie erwartet hatte. „Brav“ hätten sie gespielt und sie liess dabei durchblicken, dass die Berliner (Philharmoniker) sich damit nie zufrieden gegeben hätten.

Verständlicher Lokalpatriotismus, aber ich hätte sie gerne nochmal nach den „Carmina Burana“ gesprochen, denn was bei der 9. Sinfonie nicht so ganz auf der Höhe war, machten die Interpreten damit mehr als wett.

Wahrscheinlich hatten sie die „9.“ als Repertoire-Stück eher lieblos schnell geprobt, während sie in die „Carmina“ richtig Probenarbeit investiert hatten.

Jeder hat oft von seinen eigenen Aufnahmen zuhause ein Stück im Ohr, wie es klingen sollte. Ich habe eine Einspielung von „Deutsche Grammophon“ mit dem Chicago Symphony Orchestra unter James Levine (ich weiss noch, die CD habe ich 1991 in München gekauft), sie ist wirklich Klasse, aber an dem Abend stand die Aufführung diesem „Benchmark“ um nichts nach. Speziell das Stück vom „gebratenem Schwan“ des Countertenors hatte ich noch nie so gut gehört. Na also...

Pause

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/45sec    ISO 3200

Pause

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/90sec    ISO 3200

Berlin ist eine Stadt mit einer bewegenden Geschichte, bei allem Touristen-Nepp, der damit verbunden wird, fand ich gut, dass meine Kinder das mitbekommen haben. Ich bin ja noch zur Zeit des kalten Krieges aufgewachsen, aber für meine Töchter ist schon das jetzt wenig fassbare Vergangenheit. Das ändert sich, wenn man in Berlin direkt mit Tatsachen konfrontiert wird. Im Museum am Checkpoint Charlie haben wir uns recht lange aufgehalten, selbst die jüngere meiner Töchter war merklich beeindruckt.

Im Mauermuseum

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/4.0   1/125sec    ISO 2500

Wenn ich allerdings vorsichtige Kritik am Mauermuseum äußern darf: Ich finde es ein wenig überfrachtet. Museumspädagogisch wäre es günstiger, mehr Einzelheiten „schlaglichtartig“ herauszustellen. Im Augenblick sind dort die Wände mit Informationen geradezu „tapeziert“. Ja, ich weiß, ich weiß, meckern ist immer leicht...

Jedenfalls haben die Kinder was „mitgenommen“.

East-Side Gallery: Die andere Seite

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/4.0   1/4000sec    ISO 200

An der Oberbaumbrücke

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/4.0   1/750sec    ISO 200

Das Mauermuseum

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/2.8   1/125sec    ISO 2000

An einem Abend habe ich mich für eine Stunde „abgeseilt“, um in Ruhe ein paar Aufnahmen bei Strassenbeleuchtung zu machen. Statt wie früher mit einem Stativ bewaffnet, kann ich jetzt aus der Hand fotografieren, als wäre es high noon...

Nun ist dabei nichts besonders originelles herausgekommen, aber mir machte es Spass, ein paar markante Stellen abzuklappern.

Berliner Dom

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/30sec    ISO 3200

Am Hackeschen Markt

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 3200

Da kommt man in Berlin nicht dran vorbei...

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/30sec    ISO 3200

Kennt man auch...

Übrigens: 1/6sec Belichtungszeit aus der Hand, das Bild ist absolut scharf! Gelobt sei der erschütterungsarme Verschluss der M...

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/6sec    ISO 3200

Und so weiter...wenn ich natürlich die bestmögliche Bildqualität haben will, würde ich immer ein Stativ und niedrigste ISO nehmen, aber für mich ist die Minimierung der Ausrüstung der größte Luxus.

Tagsüber hatte ich auch immer ein Auge auf die Architektur. Leider war ich noch nie im Sommer in Berlin, jetzt um diese Jahreszeit ist es tagsüber oft grau, die Bäume und Grünanlagen sehen eher traurig aus.

Am Sony-Center

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/5.6   1/60sec    ISO 200

U-Bahn Station Schlesisches Tor

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/3.4   1/1000sec    ISO 200

Tauentzienstraße, die Perspektive ist wahrscheinlich wenig originell, da kommt jeder sofort drauf...

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/4.8   1/750sec    ISO 200

Am Ku‘Damm machte ich meinen Pflichtbesuch im Geschäft mit dem roten Punkt (Fasanenstrasse), während meine Familie sich im KDW verlustierte...

Eigentlich wollte ich nur mal horchen, wann denn wohl endlich der Leica R-Adapter für die M da ist. Mir wurde gesagt, einige Exemplare seien schon gesichtet worden, und man erwartet, im Februar liefern zu können. Naja, da ich schon ein Jahr darauf warte, kommt‘s darauf auch nicht mehr an.

Nebenbei probierte ich das 16-18-21mm Tri-Elmar aus, ich war wegen der Brennweite 16mm interessiert, denn ich bin ja Weitwinkel-Fan. Das 21mm Super-Elmar ist schon spitze, aber manchmal hätte ich es gern noch weiter, aber bei guter Bildqualität. Das Tri-Elmar ist mir zu groß, aber das weiteste Leica-Objektiv ist 18mm, der Unterschied zu 21mmm ist mir zu klein. Schade, dass es kein 16mm gibt (ohne 18 und 21mm dazu). Das 12mm Voigtländer ist mir oft zu extrem, ausserdem nervt es mich, dass ich beim postprocessing immer mit Zusatzsoftware Magentashift und Vignettierung ausgleichen muss. Bei Leica-Objektiven wird das natürlich mit der Firmware geregelt.


Als ich das Geschäft verließ, sah ich an der Tauentzienstrasse einen Obdachlosen, der die Papierkörbe checkte. Da wurde mir wieder klar, wie dankbar ich sein kann, dass ich solche Luxusprobleme habe. Ich habe sogar ein Foto von dem Obdachlosen, aber ich zeige es nicht. Ich finde es langsam abstoßend, mit Luxus-Fotoausrüstung unberufen Sozialkritik zu üben. Auf der Seite von Steve Huff stoße ich oft auf Reportagen von reichen Amerikanern, die die Slums von Dritte-Welt-Ländern abklappern und offenbar einen Kick davon haben, in welcher Armut die Leute leben.

Das ist etwas anderes, wenn man für Hilfsorganisationen werben will oder in deren Namen unterwegs ist, oder vielleicht eine Ausstellung machen will um auf Missstände aufmerksam zu machen.


Um unser Kulturprogramm zu vervollständigen, besuchten wir auch das Pergamon-Museum. Seit ich als kleiner Junge „Götter,Gräber und Gelehrte“ gelesen hatte (und eine Zeit den Traum hatte, Archäologe zu werden), wollte ich es besuchen. Besser spät als nie...

Der Pergamonaltar

Leica M mit 12mm Voigtländer Heliar bei f/5.6   1/12sec    ISO 3200

Da konnte ich das 12mm Voigtländer mal gebrauchen...

Auch im Museum war das „Selfie“ höchst populär. Das hätten sich die Erschaffer der Artefakte auch nicht träumen lassen, dass ihre Werke in 3000 Jahren mal auf Facebook landen...

Ich hab dort nicht viel fotografiert, ich habe mich lieber von der Ausstellung beeindrucken lassen. Mal wirklich vor dem Ishtar-Tor zu stehen, ist schon etwas Besonderes.

Auf dem Weg zum Ishtar-Tor

Leica M mit 28mm Elmarit bei f/2.8   1/90sec    ISO 3200

Es gibt noch ein Museum, das wir besuchten (noch genug Auswahl übrig für künftige Berlin-Besuche...), nämlich das Instrumenten-Museum an der Philharmonie. Für musikalisch Interessierte ein guter Tipp.

In einem ebenfalls architektonisch gelungenen großen Raum finden sich nach Epochen geordnet alle nur denkbaren (westlichen) Instrumente, viele mit Klangbeispielen, die man mit „Teleguide“ anwählen und abhören kann. Ein schöner Besuch: Man wandelt zwischen den verschiedenen Austellungsstücken einher, immer schöne Musik im Ohr.

Instrumentenmuseum

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/3.4   1/125sec    ISO 3200

Von meinem Lieblingsinstrument, der Querflöte, gab es viele Varianten und „evolutionäre“ Zwischenschritte bis hin zur Böhm-Flöte. Aktuell ist gerade eine Austellung zur Ventiltechnik bei Blechblasinstrumenten, was mich auch interessierte. Meine eigenen Trompete (eine Kühnl & Hoyer) hat nämlich Périnet-Ventile...

Instrumentenmuseum

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1000

Am letzten Abend (man gönnt ich ja sonst nichts...) gingen wir in den Zirkus. Roncalli hat nämlich im Tempodrom sein Winterquartier. Der klassische Zirkus mit viel Tierdressur (Elefanten, Tiger etc.) ist zum Glück inzwischen vollständig durch Artistik ersetzt.

Die Vorstellung am Samstagabend war ausgezeichnet besucht, die Stimmung allenthalben bestens.

Ich freute mich über die Vielfarbigen Lichter und bunten Motive (wieder ein Hauch von Disney-World...).

Tempodrom

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/180sec    ISO 800

Am Eingang

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 1000

Zur Manege

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Zur Manege

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/125sec    ISO 2500

Eröffnung

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/350sec    ISO 1250

Die Lichtbedingungen sind übrigens etwas kniffliger, weil die Scheinwerfer sehr helle Bereiche schaffen, die bei der Mittenbetonten Messung „durchflutschen“ und hinterher überbelichtet, oft ausgebrannt sind. Man muss also die Belichtung manuell an diese hellsten Bezirke anpassen, Automatik ist nicht.

Das heisst feste ISO einstellen, Probeaufnahmen machen, Histogramm betrachten. Man hat aber schnell die richtigen Werte beisammen, so dass das kein Stressfaktor ist. Daran konnte ich mich die ganze Vorstellung über entlang hangeln.

Mit viel Muskelschmalz...

Eine der wenigen Aufnahmen mit dem 90mm Summarit, ich hatte mich nicht getraut, es öfter zu nehmen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich es nur mit dem Messsucher richtig fokussiere. Die Sorge war unbegründet, ich hätte es ruhig mehr verwenden können.

Leica M mit 90mm Summarit bei f/2.5   1/250sec    ISO 1250

Luftige Vorführung

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/350sec    ISO 650

Finale

Leica M mit 35mm Summilux asph. bei f/1.4   1/350sec    ISO 650

Am nächsten Tag dann war Abreise. Aber am Bahnhof hatte ich noch Zeit, ein paar Aufnahmen zu machen...

Metropolis

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/30sec    ISO 2000

Die Aussicht aufs Regierungsviertel

Leica M mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4   1/45sec    ISO 1250

Einige Berlin-Bilder habe ich noch in diesem Album zusammengestellt.


Morgen beginnt für mich auch das Arbeitsjahr 2014. Meist beschwere ich mich ja über zu viel Arbeit, aber das ist ein Luxus, den auch nicht jeder hat, also halte ich mal lieber meine Klappe...


Ich schätze, dass ich in den kommenden Wochen wenig Zeit für neue Blog-Beiträge habe, das kann also ein wenig dauern...


Nachtrag, 12.01.14:


Am 10. Januar hat Sean Reid seinen Review über die Sony A7r veröffentlicht. Nun gibt es schon eine ganze Menge zuverlässiger Beurteilungen zu dieser Kamera, auf die ich meine Annahmen stütze und die mich auch dazu bewogen haben, sie nicht zu kaufen. Aber Sean Reid ist für mich die ultimative Instanz.

Eine Sache ist besonders zu erwähnen: Bei sehr schlechten Lichtverhältnissen zeigt der Sucher nicht mehr Echtzeit an, sondern verzögert das, was tatsächlich vor der Kamera passiert. Das heißt, wenn man in dem Glauben auslösst, eine bestimmte Szene einzufangen, ist die längst Geschichte, also eine Art „Super-Shutter-Lag“!

Das allein wäre für meine Bedürfnisse inakzeptabel. Was habe ich von der zugegebenermassen überlegenen ISO-Kpazität, wenn ich bei ISO 12800 nur Standbilder machen kann? Ein Sensor ist nur so gut, wie das, was um ihn herum gebaut ist...

Das wahre ISO-Monster dürfte wohl zur Zeit eher die Nikon Df (respektive die Nikon D4) sein. Aber das allein ist für mich auch kein Kriterium.

Jedenfalls gilt sowohl für die A7 wie auch die A7r, das die Nachteile die Vorteile bei weitem überwiegen.

Zu langsamer Autofokus, wenige dazu passende Objektive von nur mittlerer Qualität, keine Weitwinkel (zur Zeit), manuelles Fokussieren zwar möglich, aber für schnelles Arbeiten viel zu langsam. Viel zu lauter Verschluß, kein diskretes Arbeiten möglich.

Die A7r ist sicher eine wichtige Kamera, aber es ist besser abzuwarten, was danach kommt (nicht nur von Sony, auch von z.B. Fuji oder anderen).

Jedenfalls bleibt es dabei, dass solche Bilder wie das unten mit der A7 eher ein Zufallstreffer wäre, während ich mich bei der M auf das Ergebnis verlassen kann. Ansonsten bleibt man bei den High-End Spiegelreflex-Kameras hängen, wenn man das gleiche erzielen will.