Bye, bye...

 

Abschied von der Eos 5D Mark II

Viele Monate habe ich mit mir gehadert, brauche ich die 5D noch, oder brauche ich sie nicht?

Die Antwort gab die Zeit selbst. Bei jedem Foto-Event, dass bis dato stattfand, konnte ich voll und ganz mit der Leica M9 auskommen. Ich hatte die 5D auch in jedem Urlaub dabei, aber ich brauchte sie nicht und hatte auch gar keine Lust, sie mitzuschleppen. Also blieb sie in der Ferienwohnung.

Sicher, wäre ich ein Profi, hätte ich sie nicht verkauft: Ich bräuchte sie als „Backup-Kamera“, ausserdem gibt es immer Gelegenheiten, bei denen ich vielleicht mal ein Foto mit der M9 verpasse, weil ich zu langsam fokussiere, das kann sich ein Profi z.B. bei einer Hochzeit nicht erlauben (trotzdem gibt es einige professionelle Hochzeitsfotografen, die ausdrücklich mit der M9 arbeiten!).


Ich halte viel von der 5D, sie hat mich wirklich auf den Weg der anspruchsvollen Bildqualität gebracht. Eine gute Allround-Kamera, gut einstellbar, auch Wetterfest, was man von meiner M9 nicht gerade behaupten kann. Die packe ich beim ersten Anzeichen von Feuchtigkeit sofort ein...


Aber am Ende war es so, dass ich mir eingestehen musste, dass ich die M9 der 5D gefühlsmässig vorziehe. Die M9 macht mich manchmal langsamer, aber damit bedächtiger. Und ich muss es immer wieder sagen: Die Bildqualität mit den besten Canon-Objektiven bleibt hinter den Leica-Objektiven zurück.

Natürlich würde ich bei meinem heutigen Wissensstand bei der 5D wohl eher in Zeiss-Objektive investieren, aber das ist jetzt zu spät...

Was ich mit der 5D verliere, also Makro-Bereich und lange Brennweiten, ist mir für meine Fotografie unwichtig.

Ich habe den „Body“ diese Woche bei E-Bay verkauft.

Aber wer weiss: Vielleicht komme ich noch mal in Versuchung, wenn eine 5D Mark III herauskommt, denn die Objektive habe ich natürlich behalten, das Glas hat eine lange Gebrauchsfähigkeit und unterliegt nicht dem so genannten „digital rot“.

Andererseits kommen in Zukunft immer bessere spiegellose System-Kameras auf den Markt, die zudem noch die Möglichkeit bieten, ebenfalls Leica (oder Zeiss- oder Voigtländer-) Objektive zu benutzen, z.B. die Ricoh-GRX und sehr bald die Sony NEX-7 (wobei die Nex-7 zwar M-Objektive nimmt, aber das Mikrolinsensystem vor dem Sensor nicht auf die Objektive abgestimmt ist, sie also nur bedingt ihre Qualitäten zeigen können. Anders der Ricoh GXR Mount A-12, er ist speziell für das M-System konstruiert).

Auch sagt die Gerüchte-Küche, dass Leica bald eine Systemkamera (keine Messsucher-Kamera) im Preissegment zwischen der X1 und der M9 herausbringt. Klar, dass die Objektive des M-Systems nimmt, wahrscheinlich APS-C Sensor hat und hohe ISO verträgt (das wäre vielleicht eine gute Backup-Kamera für mich...)

Die Frage ist also, ob nicht der Stern der DSLR‘s sowieso im Sinken ist, je besser die elektronischen Sucher werden.


Leica M9 mit 21mm Elmarit f/2.8 bei f/4.8 1/3000sec

Ein Bild auf dem Dach von St. Stephan, dass ich mit einer ähnliche Einstellung früher schon einmal mit der Canon 5D und dem 16-35mm L-Objektiv gemacht habe. Der Vergleich beider Bilder zeigt den Unterschied bei der Auflösung und anderer Abbildungseigenschaften der beiden Objektive, das von Canon bleibt zurück, obwohl es zur Profi-Klasse gehört.

Aber zugegeben: Es ist auch nicht fair, ein Zoom- mit einem Festbrennweiten-Objektiv zu vergleichen...

Blick vom Ritten, weit unten Bozen

Eos 5D II mit EF 24-105 L IS USM @ f/8 1/125sec  ISO 50


Ich werde die 5D immer in guter Erinnerung behalten...

Bahnhof von Oberbozen, Eos 5D II mit EF 16-35mm f/2.8 L USM @ f/8  30sec  ISO100

Überfahrt nach Dänemark, Eos 5D mit EF 24-105 L IS USM @ f/8 1/160sec ISO 100  ND Verlaufs-Filter

Sonntag, 18. September 2011