(With) Friends in  high places

 

Mit dem Mountainbike in südtirol

Donnerstag, 19. September 2013

Wasserfall unterhalb der Sesvenna-Hütte

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/22   1/25sec    ISO 200  Violett-Filter in Silver Efex

(Extra kleine Blende in Ermangelung eines ND-Filters, um das Wasser „fliessen“ zu lassen. Zur Hölle mit der Diffraktion...)

 
 

Schon letztes Jahr hatten ein Freund und ich uns von unseren Familien „abgeseilt“ und waren ein paar Tage nach Südtirol zum mountainbiken gefahren, nach Wolkenstein.

Das hatte uns so gut gefallen, dass wir uns auch dieses Jahr aufmachten, diesmal nach Burgeis.

4 Tage lang gingen wir gleich nach dem Frühstück auf Tour und kehrten nicht vor dem späten Nachmittag zurück. Unsere Familien würden sich bei dem Pensum nur noch an die Stirn tippen...


Nun gab es zwar keinen Regen, aber das Wetter war etwas unberechenbar, auch war es nicht so warm, auf 2000m Höhe immer so um 6°Celsius. Das bedeutete, das man zwar für den Aufstieg kurze Sachen brauchte (weil man sonst verglüht...), aber oben  und vor allem beim Abfahren warm angezogen sein musste. Im kleinen Rucksack war dann gerade noch Platz für die Leica M mit einem Objektiv davor.

Bei „sommerlichen“ Touren habe ich sonst immer noch Platz für zwei zusätzliche Objektive. Aber die Einschränkung störte mich nicht so sehr, denn erstens war der Hauptzweck der Veranstaltung nicht das Fotografieren und zweitens stellte ich wieder einmal fest, dass man mit einer Brennweite wunderbar klarkommen kann.

Natürlich fiel meine Wahl auf das 28er Elmarit, mein „Standard-Objektiv“, ausserdem ist es so schön klein, da doch das Packmass auch mitentschied.

Im Rückblick kann ich sagen, dass ich tatsächlich nichts vermisste, was wieder mal zeigt, dass der Drang zu allen möglichen Brennweiten eher überbewertet wird, genauso das zwanghafte Verlangen nach Zoom-Objektiven.

„Look, who‘s talking“, fällt mir natürlich dazu ein, denn meist habe ich ja in der Tat zwei oder sogar drei Objektive dabei. Aber jeder, der meinen Stil kennt, wird mir ja vielleicht zugestehen, dass ich ja schon versuche, die jeweiligen Besonderheiten der Objektive als Stilmittel zu nutzen und so das „Beste“ aus einer Location zu holen. Zum Beispiel halte ich es für handwerklich sinnvoll, bei Landschaftsbildern die gleiche Szenerie mit verschiedenen Brennweiten zu testen, um ein Optimum an Bildkomposition zu erzielen. Aber eben nur, wenn man sich ausdrücklich mit der Absicht aufmacht, Bilder zu machen und nichts anderes im Vordergrund steht.

Zur Pforzheimer Hütte, links klein im Bild die Sesvenna-Hütte

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/500sec    ISO 200  Gelb-Filter in Silver Efex

Ich habe wirklich wenig fotografiert, aber eine Tour, die wir machten, möchte ich doch besonders hervorheben (dort habe ich auch mehr Bilder gemacht), nämlich die „Dreiländer-Tour“. Wir starteten natürlich in Burgeis, fuhren über Schlinig zur Sesvenna-Hütte (Pause).  Weiter ging‘s in die Schweiz zum „Highlight“ der Tour, der Uina-Schlucht.

Ob auch immer man ein „höheres“ Wesen anerkennt und welchen Glaubens man auch ist, wer dort nicht Achtung vor der Schöpfung bekommt, dem ist nicht zu helfen. Selbst ein eingefleischter Agnostiker kommt sich dort Ameisenklein vor und kann sich in Bescheidenheit üben.

Wenn man dieses Naturwunder ausgiebig bestaunt hat, kommt eine lange und schöne Abfahrt nach Sur En. Bei Martinsbruck über den Pass (Norbertshöhe) nach Nauders, also Österreich, und wieder zurück über den Reschenpass nach Burgeis.

Nach ca. 2000 Höhenmetern und 70-80 km Strecke braucht man sich an dem Tag dann nichts mehr vorzunehmen...

Weiter nach Sursass

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/2000sec    ISO 200  Gelb-Filter in Silver Efex

Ab der Sesvenna-Hütte wird der Trail ziemlich anspruchvoll, man muss sich sehr auf das Gelände konzentrieren. Um sich mal in Ruhe umzuschauen, war es besser, wenn man anhielt.

An dem Tag war übrigens Almabtrieb. Von Sursass kamen uns Hirten mit einer Herde Haflingern entgegen. Mal was anderes als Kühe...

Im Bereich von Sursass fließen die Bäche von den umliegenden Bergen zusammen und graben die tiefe Schlucht in das Kalkgestein.

„Haffies“

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/6.8   1/500sec    ISO 200  Grün-Filter in Silver Efex

Bergbach, im Hintergrund die Sesvenna-Gruppe, bis zu 3000m Höhe

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/350sec    ISO 200  Orange-Filter in Silver Efex

Am Eingang der Schlucht

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/350sec    ISO 200  Orange-Filter

Sursass

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/350sec    ISO 200  Orange-Filter in Silver Efex

Am Eingang der Schlucht

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/350sec    ISO 200  Gelb-Filter

Am Eingang der Schlucht, ab hier ist fahren verboten.

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/350sec    ISO 200  Gelb-Filter

Die beiden Bilder sind ja fast identisch, aber das „ohne Menschen“ ist besser komponiert, der Fluchtpunkt liegt bei beiden zwar mittig am Rand des unteren Drittels, aber bei dem ersten sieht man den Bach, das finde ich „vollständiger“.

Auf dem zweiten Bild lehnt mein Fahrrad an der Felswand.Wen‘s interessiert: Es ist ein Simplon Gravity. Ich bevorzuge Hardtail, weil ich nicht so der „Downhiller“ bin (das Alter, ich denke zuviel...). Dafür muss ich mich nicht mit dem Gewicht der hinteren Federung bei einem „Fully“ abplagen.

Uina-Schlucht

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/6.8   1/500sec    ISO 200  Blau-Filter

Die Schlucht ist ein Hammer, oder? Der Weg wurde 1910 in die Felswand gehauen, davor war die Überquerung dort nicht möglich.

Dort gratulierte ich mir übrigens, dass ich das 28er Objektiv mithatte. Es ist weit genug, um in der Enge der Schlucht noch genügend „Kontext“ zu zeigen.

Ich habe ja alle Bilder hier in Schwarzweiss ausgeführt, weil ich finde, dass es mehr auf die „zyklopischen“ Formen ankommt, aber die letzten Bilder aus der Schlucht sollen farbig sein, um einen Eindruck auch davon zu bekommen.

Uina-Schlucht

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/6.8   1/500sec    ISO 200

Uina-Schlucht, der Weg

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/180sec    ISO 200

Nach der Schlucht ging‘s (wie schon oben beschrieben) lange bergab dann weiter durch die schöne Schweiz (die Schlucht selbst ist natürlich auch schon auf Schweizer Gebiet) Richtung Nauders und zurück zum Ausgangspunkt in Burgeis.

Nach solchen Tagen sind die Abende nicht lang...aber an einem Abend machten wir uns doch auf den Weg, um ein paar Nachtaufnahmen zu machen. Mein Freund hat die Fuji X E-1 mit dem 18-55mm Zoom, ich muss sagen, ein ausgezeichnetes und natürlich vielseitiges Objektiv, das sicher 95% der Standardsituationen abdeckt.

Über die Bildqualität der Kamera (der Fuji) selber braucht man wohl kein Wort zu verlieren.

Wir machten an dem Abend fast identische Motive, beim Vergleich der technischen Qualität der Bilder später am Bildschirm ist natürlich der Nachteil der Fuji offensichtlich, aber der Unterschied ist wirklich so gering, dass das eigentlich nicht den beinah 10-fachen Preis der Leica+Objektiv rechtfertigt.

(Allerdings fliessen in die Gleichung schon noch andere Dinge ein, wie das Handling, die manuellen Kontrollen, der Messsucher, Bauweise etc.)

Im Gebrauch beschwerte sich mein Freund nur, dass die Knöpfe auf der Rückseite der Kamera sich zu leicht verstellen (dasselbe finde ich auch bei der Fuji X100s, hatte ich auch in meinem Review erwähnt).


Aber was nun „perfekte“ technische Qualität betrifft, erinnert mich das ganze ein wenig an Ausdauersport:

Wer selber regelmässig läuft oder Rad fährt, hat vielleicht auch eine „Lieblingsstrecke“, die er immer wieder nimmt. Wer z.B. mit einem Garmin die Daten aufzeichnet, wird feststellen, das jeder ein individuelles optimales Verhältnis von Kraftaufwand und Geschwindigkeit hat, mit er er diese Strecke bewältigt.

Will er nun die Strecke möglichst schnell bewältigen, wird der Kraftaufwand um jede Minute, die er „herausschinden“ will, unverhältnismässig höher.

Genauso ist es mit der Bildqualität: Um jedes Quentchen Verbesserung muss ein eigentlich unverhältnismässiger technischer Aufwand betrieben werden, der kostet...(sicher, ich gebe zu, bei Leica kommt noch der „Prestigezuschlag“, wofür ich immer das Gefühl habe, mich entschuldigen zu müssen).

Selbst grosse Firmen wie Sony, die sicher scharf kalkulieren, können eine Spitzen-Kamera wie die RX1 nicht „verschleudern“, das Ganze hat eben seinen Preis.


Aber jetzt zum Schluss die Nachtaufnahmen, bei Mondheller Nacht und leichter Bewölkung ergab sich interessantes Licht. Motiv ist das Kloster Marienberg bei Burgeis.

Vorweg: Auf dem ersten Bild ist der Mond mit drauf, bei einer unverfälschten Langzeibelichtung ist er logischerweise total überstrahlt. Wer solche Aufnahmen mit einem Mond sieht, der ganz normal dargestellt ist, sollte gleich wissen: Photoshop...

Kloster Marienberg

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.0   32sec    ISO 200

Kloster Marienberg

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/4.0   8sec    ISO 200

Das nächtliche Burgeis, unten rechts die Fürstenburg

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/4.0   12sec    ISO 200

Im September habe ich jetzt noch viel zu tun, gleich nach meiner Rückkehr aus Burgeis musste ich mich um den Kalender kümmern, er ist nun in den Geschäften. Unsere Regionalzeitung hat wieder mal einen recht werbewirksamen Artikel gebracht. Hier der Link, solange er funktioniert.


Heute Abend spielt unser Flötenquartett auf einer Vernissage in Bad Oeynhausen, ich muss sehen, dass ich pünktlich aus der Praxis komme.

Nächste Woche ist unser Konzert in St. Walburga, vorher noch Generalprobe etc.

Ich bin ganz froh, wenn die nächsten zwei Wochen um sind...(Jammern auf höchstem Niveau).


Nächstgrösseres Ziel: Das Konzert der Kantorei am 13. Oktober, zum Schluss das Plakat, das ich dafür entworfen habe:

Zu den S/W-Foto Informationen habe ich jeweils auch das verwendeten Farbfilter (ja, es heisst wirklich „das“ Filter!) angegeben. Der Gebrauch von solchen Filtern stammt noch aus der analogen S/W-Fotografie, wenn ich mit der M3 oder M2 „monochrom“ fotografiere, habe ich meist einen Gelb- oder Orangefilter vor der Linse.


Bei der Leica-Monochrom muss man auch genauso verfahren, weil beim Postprocessing ja keine Farbkanäle vorhanden sind.


Bei „normalen“ digitalen Bilddateien aber gibt es Informationen über die RGB-Kanäle. Farben können digital gefiltert werden. Das hat den grossen Vorteil , dass man sich erst nach der Aufnahme für eine Filterfarbe entscheiden muss.


Jedes Filter verstärkt die Farbe, in der es ist und schwächt die Komplementärfarbe. Gelb-, Gelborange-, Orange- oder Grünfilter sind klassisch für Landschaftsaufnahmen. Ein Rotfilter für Landschaft z.B. (wie auch schon das Orangefilter), macht den Himmel „dramatisch“. Wolkenkontraste treten hervor, das Blau des Himmels wird fast schwarz. Ein Rotfilter hellt auch Hauttöne stark auf, bei Porträts verschwinden kleine Fältchen, man muss die Klarheit nicht zu weit herunter regulieren, bei der Damenwelt sehr beliebt...


Welche Vorteile welcher Farbfilter für die jeweiligen Belichtungs- und Farbbedingungen hat, ist eine kleine Wissenschaft für sich, aber man kann seine eigenen Rückschlüsse ziehen, wenn man einmal die Wirkungsweise richtig verstanden hat.


Ich wollte nun an dieser Stelle nicht zu sehr auf die Bearbeitungsschritte in Silver Efex eingehen, das würde den Rahmen sprengen (vielleicht ein Thema für einen Extra-Blog), aber wenn ich nun ein Bild in Silver Efex geöffnet habe, appliziere ich meist probeweise verschiedene Filter (ein Schieber geht über das ganze Farbspektrum) und sehe mir den Effekt für das jeweilige Bild an. Manchmal (vor allem bei „Nicht-Landschafts-Bildern“) lasse ich das Filter auch von vornherein ganz weg.


Aber das Filter kann für das Bild mehr „Plastizität“ bringen, helfen, eine bessere Tonwerttrennung durchzuführen, kurz, das Bild zu „entflachen“. Die Intensität, mit der das Filter angewendet wird, kann mit einem weiteren Schieber geregelt werden.


Eine sehr gute Zusammenfassung über Filter gibt Detlev Stier auf seiner Webseite (er hat ein kleines Geschäft in Heiligenhafen und ist auf solches Zubehör spezialisiert. Ich beziehe meine Filter ausschliesslich von ihm, auch der persönliche Kontakt ist sehr nett und kompetent).