Allzeit Bereit!

 

Von der Kunst, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein...

Nachdem der Dezember, was Landschaftsaufnahmen betrifft, enttäuschend war (viel trübes Wetter, nur Stimmung für Trauerkarten...), schaute ich heute aus dem Fenster und fand den Himmel sehr interessant, was Licht, Wolken und Farben betrifft, hatte aber wegen der doch ansonsten sehr „gedämpften“ Natur dann doch keine Lust, Fotos zu machen.

Ich dachte eben so bei mir: Naja, die schaust du sowieso nie wieder an...

Dann zogen Regenwolken auf und als ich das nächste mal aus dem Fenster schaute, sah ich einen prächtigen Regenbogen über Vlotho, wie man ihn, vor allem an der Stelle, kaum jemals sieht (ja wirklich, nur der tiefe Stand der Wintersonne am südwestlichen Himmel macht es möglich, vom Winterberg einen Regenbogen über Vlotho zu sehen)!

Ein so flüchtiges Phänomen wollte ich zunächst wenigstens dokumentarisch festhalten, also macht ich aus dem Dachfenster das folgende Foto:

Heute, 15.36 Uhr: Regenbogen

Sicher: Die Landschaft im Dezember ist etwas „prosaisch“, Schnee wäre schön. Aber so etwas wie diesen Regenbogen kann man dann nicht fotografieren...

Leica M9 mit 75mm Apo-Summicron asph. bei f/4.0  1/250sec ISO 650

Alles Gute für das Neue Jahr!

Heute, 15.26 Uhr: Regenbogen

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8  1/1500sec ISO 650

Eigentlich dachte ich, das war‘s, denn die Sonne war jeden Moment hinter den weiter aufziehenden Wolken verschwunden.

Aber jetzt kommt mein eigentlicher Punkt: Man darf eben die Hoffnung nicht gleich aufgeben. Ich schnappte mir meine M9, warf mir eine Regenjacke über und zischte zu dem Standort, wo ich mir einen einigermassen guten Blich auf den Bogen versprach.

Ich versuchte es eben und wurde mit dem Bild ganz oben „belohnt“ und einigen Anderen gleicher Art .

Genauso gut hätte es sein können, das ich nur noch bei „grau in grau“ dort oben angekommen wäre.

Oft genug bin ich schon losgezogen und unverrichteter Dinge wieder heimgekehrt. Aber wenn man ein mal etwas Aussergewöhnliches auf die „Platte“bannen will, muss man dafür wahrscheinlich hundert mal umsonst die Kamera dabei haben.

Ein paar andere Bilder aus diesem Jahr fallen auch in diese Kategorie:

Der Brand der Villa Schöning: Ich hatte morgens keine Sprechstunde und war mit dem Rennrad unterwegs. Plötzlich sah ich die riesige Rauchwolke über Vlotho: Ich hatte die Kamera im Fahrradrucksack...

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/3.4  1/2000sec ISO 160

An einem grauen Aprilmorgen war ich früh mit dem Fahrrad unterwegs. Dann brach die Sonne durch die Wolken...

Leica M9 mit 50mm Summicron bei f/3.4  1/3000sec ISO 160

Genauso bei diesem Bild: Der obere Wasserfall von Krimml

Ebenfalls ein völlig grauer Tag ohne Konturen in der Landschaft, plötzlich rissen die Wolken auf, aber nur für 10 Minuten!

Leica M9 mit 21mm Elmarit bei f/2.8 1/2000sec ISO 160

„Amboss“

Diese Gewitterwolke erwischte ich ebenfalls während einer Trainingsrunde mit dem Rennrad...

Fuji X100 bei f/5.6  1/850sec  ISO 200

„Wetterleuchten“

In stockdunkler Nacht hat der Himmlische Beleuchter mir das passende Licht geschickt, denn man stellt nur Langzeitbelichtung ein und hofft das Beste, denn ansonsten bleibt nur ein total unterbelichtetes Foto...

Leica M9 mit 28mm Summicron bei f/4.0  1/32sec ISO 320

„Blitzschlag“

Nur ein paar Tage später dieselbe Sache: Man stellt sich im Finsteren und bei klatschendem Regen nachts auf einen Berg und macht mal so den Verschluss der Kamera auf...

Die Landschaft ist nur vom Blitz erhellt, der starke Regen wirkt „weichzeichnend“

Leica M9 mit 35mm Summilux bei f/4.0  1/32sec ISO 320

Bentorfer Mühle

Auch so ein Bild von einer Radtour...

Leica M9 mit 50mm Summilux bei f/5.6  1/1500sec ISO 160

Also Fazit: Bereit sein, auch wenn alles dagegen spricht, dass ein Motiv auftaucht. Es ist das Wesen der Natur, dass Dinge unvorhergesehen passieren. Darum auch mal Wege beschreiten, die Andere nicht gehen würden, vielleicht wird man mit etwas Aussergewöhnlichem belohnt.

Freitag, 30. Dezember 2011